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Der Kanton Thurgau will ein Vorbild sein – und setzt beim PH-Neubau auf Recyclingbeton

Der Rohbau des Ergänzungsbaus der PH Thurgau ist praktisch fertig. Er besteht zu zwei Dritteln aus Recyclingbeton.
Christian Kamm
Architekt Beat Consoni (links) und Kantonsbaumeister-Stellvertreter Roland Ledergerber vor einer Wand aus Recyclingbeton. (Bild: Reto Martin)

Architekt Beat Consoni (links) und Kantonsbaumeister-Stellvertreter Roland Ledergerber vor einer Wand aus Recyclingbeton. (Bild: Reto Martin)

Lehrerinnen und Lehrer müssen Vorbilder sein. Der PH-Erweiterungsbau, in dem ab September 2020 die angehende Thurgauer Lehrerschaft die Schulbank drücken wird, soll ebenfalls Vorbildcharakter haben – für nachhaltiges Bauen. Rund zwei Drittel der Betonarbeiten des 26,8 Millionen Franken teuren Ergänzungsbaus werden in Recyclingbeton mit Mischgranulat ausgeführt. «Der Kanton ist überzeugt, dass nachhaltiges Bauen um Beton nicht herum kommt», sagte Kantonsbaumeister-Stellvertreter Roland Ledergerber am Donnerstag anlässlich einer Führung durch den PH-Rohbau. Allerdings gelte es, den Kreislauf und den Lebenszyklus dieses langlebigen Materials zu berücksichtigen.

Wiederverwertung heisst auch deshalb das Gebot der Stunde, weil die Kiesreserven (Beton besteht zu 57 Prozent aus Kies) als auch der Deponieraum für Bauabfälle begrenzt sind. Aus diesem Grund hat der Kanton zusammen mit Verbänden und der Branche ein Baustoff-Recycling-Konzept erarbeitet und im April 2018 verabschiedet. «Das Umweltbewusstsein steigt auch in der Baubranche zusehends», sagte Ledergerber.

Gewisse Nachteile bei der Statik

Vorbild sein will der Kanton beim ressourcenschonenden Bauen auch deshalb, weil Recyclingbaustoffen laut Umfragen immer noch ein schlechtes Image anhaftet. Zudem sind diese Produkte oft zu wenig bekannt. Preislich ist der Recyclingbeton konkurrenzfähig − er kostet praktisch gleich viel wie normaler Beton. Allerdings können sich, weil das rezyklierte Produkt etwas weicher ist als das herkömmliche, bei der Statik gewisse Nachteile ergeben. So wurden im Fall der PH lediglich die vertikalen Teile damit betoniert, nicht aber Decken und Böden. Gewisse Ecken und Kanten im Recyclingbeton-Bereich des Rohbaus sind denn auch nicht so exakt, wie sie sein sollten. Da werde nachgebessert, so Ledergerber.

Ein bis zwei Vorzeigeprojekte pro Jahr

Künftig wolle der Kanton in seiner Vorbildfunktion jedes Jahr ein bis zwei Vorzeigeprojekte für schonendes Bauen als Leuchtturm präsentieren, kündigte Achim Kayser, Leiter Abteilung Abfall und Boden im Amt für Umwelt, an. Die PH sei jetzt das erste. An diesem Beispiel wolle man anschliessend prüfen, was künftig noch besser gemacht werden könne. «Das ist ein Lernprozess, der noch weiter geht.» Ziel des Baustoff-Recycling-Konzeptes sei es, einerseits die Menge des rezyklierten Materials und andererseits die Qualität zu erhöhen.

Fenster montieren und das Dach abdichten

Architekt Beat Consoni, der 2015 den Wettbewerb für den PH-Erweiterungsbau gewonnen hat, schätzt die gestalterischen Möglichkeiten, die ihm der Baustoff Beton bietet. «Er lässt grosszügige Räume zu und man kann variieren.» Selbst bei den markanten Oberlichtern, die viel Helligkeit in die Räume führen werden, wird auf Beton gesetzt. Der Standort habe viele Auflagen mit sich gebracht. So musste etwa die Sicht auf Kloster und Kirche gewährleistet werden. Zeitlich und von der Kostenseite her, liege der Bau im Plan. Als nächster Schritt folgt die Montage der Fenster und die Abdichtung des Daches. Damit in den kalten Monaten dann der Innenausbau realisiert werden kann.

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