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Pflegezentrum Linthgebiet schliesst eine Bettenstation – 30 Angestellten droht die Entlassung

Für das Pflegezentrum Linthgebiet in Uznach zeichnet sich 2019, wie bereits im Vorjahr, ein deutliches Defizit ab. Zur Stabilisierung des Betriebs will der Verwaltungsrat eine der drei Bettenstationen bis Ende 2020 schliessen. Dadurch würde rund jede dritte Stelle gestrichen werden.
Das Pflegezentrum Linthgebiet schliesst eine von drei Bettenstationen. (Bild: pd)

Das Pflegezentrum Linthgebiet schliesst eine von drei Bettenstationen. (Bild: pd)

(red.) Das Pflegezentrum Linthgebiet hatte im Jahr 2018 einen Verlust von 600'000 Franken zu verzeichnen. Für das Jahr 2019 zeichnet sich nun ein Defizit von rund 900'000 Franken ab. Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsrat Massnahmen geprüft, um die Betriebskosten schnellstmöglich zu senken, den Betrieb zu stabilisieren und den Fortbestand des Pflegezentrums langfristig zu sichern. Wie es in einer Mitteilung heisst, beabsichtigt er, bis Ende 2020 eine der drei Bettenstationen zu schliessen und die Zahl der Betten von heute 70 auf künftig rund 40 Betten zu reduzieren.

30 Stellen in Gefahr

Die Reorganisation hat auch Auswirkungen auf den zukünftigen Personalbestand. Von den rund 100 Arbeitsplätzen bleiben voraussichtlich rund 70 erhalten. Der Stellenabbau soll schrittweise und so weit wie möglich über die natürliche Fluktuation und über ordentliche Pensionierungen erreicht werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Sämtliche Lernenden werden ihre Ausbildung in jedem Fall vereinbarungsgemäss abschliessen können.

Die Mitarbeitenden des Pflegezentrums Linthgebiet wurden gestern Donnerstag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung und in Anwesenheit der Sozialpartner (Gewerkschaft und Berufsverband) persönlich über die Situation in Kenntnis gesetzt. Mit dieser Information wurde das Konsultationsverfahren eingeleitet. Damit wird den Mitarbeitenden die Möglich­keit gegeben, Vorschläge zu unterbreiten, wie der Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet oder gegebenenfalls minimiert werden kann. Der Verwaltungsrat strebt an, noch während des laufenden Konsultationsverfahren aktiv das Gespräch mit den Sozialpartnern zu suchen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige wurden ebenfalls informiert. Es sei vorgesehen, Umplatzierungen so weit wie möglich zu vermeiden.

Begründung der instabilen Situation

Die finanzielle Entwicklung sei in erster Linie auf die unbefriedigende Auslastung im Bereich der Langzeitpflege zurückzuführen. In den letzten Jahren habe sich die Heimlandschaft in der Region Zürichsee-Linth grundlegend verändert. Die Alters- und Pflegeheime in den umliegenden Gemeinden hätten beträchtliche Mittel in den Ausbau der Infrastruktur und in die Spezialisierung ihres Leistungsangebots investiert.

Viele Institutionen hätten den Wandel vom klassischen Altersheim zum Pflegeheim voll­zogen, wodurch das Pflegezentrum Linthgebiet sein früheres Alleinstellungsmerkmal – die Langzeitpflege – verloren habe, heisst es in der Mitteilung. Das Pflegezentrum stehe nun im Wettbewerb zu den Heimen der eigenen Trägergemeinden und weise hierbei Nachteile auf, da das Erscheinungsbild und die zahlreichen Zweibettzimmer nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechen würden. Im Vergleich zu anderen Pflegeinstitutionen würden ausserdem die vielen Ein- und Austritte von Patienten ins Gewicht fallen. Diese würden mit der Kurzzeitpflege im Anschluss an den Aufenthalt im benachbarten Spital Linth zusammenhängen. Gegenüber der Langzeitpflege würden diese Kurzaufenthalte einen deutlichen Mehraufwand bedeuten.

Mittel- bis langfristige Neuausrichtung

Trotz der gegebenen Herausforderungen glaube der Verwaltungsrat an die Zukunft des Pflegezentrums Linthgebiet. Deshalb habe er 2018 gemeinsam mit externen Fachleuten einen Strategieprozess für die mittel- bis langfristige Neuausrichtung des Pflegezentrums gestartet. Der Verwaltungsrat möchte das Pflegezentrum Linthgebiet in Zukunft als Kompetenzzentrum für besonders schwere Pflegefälle ergänzt um Angebote der Akut- und Übergangspflege, allenfalls Palliative Care und Gerontopyschiatrie profilieren und mit diesen Spezialisierungen das Angebot in den Pflegezentren der umliegenden Gemeinden ergänzen.

Diese Neuausrichtung setze aber in erster Linie die Stabilisierung des Betriebs voraus, das heisst, eine solide finanzielle Grundlage. Der Verwaltungsrat zeigt sich laut Mitteilung überzeugt, dass es mit den nun eingeleiteten Massnahmen gelingt, einerseits den Fortbestand des Pflegezentrums zu sichern und andererseits eine solide Basis für die geplante Neuausrichtung zu schaffen.

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