Pflegeverband befürchtet Qualitätsverlust

FRAUENFELD. Ab 1. Januar werden in den Pflegeheimen im Thurgau deutlich geringere Anforderungen im Bereich Pflege und Betreuung verlangt – sowohl bei der qualitativen als auch bei der zeitlichen Besetzung mit Fachpersonal.

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FRAUENFELD. Ab 1. Januar werden in den Pflegeheimen im Thurgau deutlich geringere Anforderungen im Bereich Pflege und Betreuung verlangt – sowohl bei der qualitativen als auch bei der zeitlichen Besetzung mit Fachpersonal. Damit wolle man dem Fachkräftemangel entgegenwirken, schreibt der Regierungsrat. Das bedeutet, dass sich beispielsweise zwei kleinere Heime eine Pflege- oder Betreuungsleitung teilen können oder dass in kleinen Heimen erfahrene Fages (Fachangestellte Gesundheit) die Stellvertretung einer diplomierten Pflegefachperson punktuell übernehmen dürfen.

Geteilte Meinungen

«Es braucht heute einen guten Mix aus diplomiertem Personal, Fages sowie Pflegehelferinnen und Pflegeassistentinnen», erklärt Dominique Nobel, Präsident von Curaviva Thurgau. Der Verband der Thurgauer Alters- und Pflegeheime war an der Überarbeitung der Weisungen massgeblich beteiligt. Die Alters- und Pflegeheime würden damit die nötige Flexibilität bekommen, ist Dominique Nobel überzeugt. Qualitätseinbussen befürchtet er nicht. Beim Berufsverband der Pflegefachleute SBK sieht man dies anders. «Wir sehen einen Abbau der Pflegequalität», sind sich Geschäftsführerin Edith Wohlfender und Präsidentin Barbara Dätwyler Weber einig.

«Anforderungen sind hoch»

Die Diplompflege mit fünf Jahren Ausbildung könne nicht mit der zwei- oder dreijährigen Altenpflege gleichgesetzt werden, so Dätwyler Weber. Die Patienten seien immer weniger lang im Spital, die Anforderungen ans Personal in den Alters- und Pflegeheimen seien hoch – auch weil die Patienten meist Mehrfacherkrankungen mitbringen und komplexe Pflege benötigen. Dazu brauche es gut ausgebildete Fachleute. (red.)

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