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Pferde, Helikopter und Sennen, die mal müssen: Der Teufner Maler Peter Egloff wirft in seinen Bildern einen «anderen» Blick auf das Appenzeller Brauchtum

Im Rahmen einer «Zwischenstellung» sind im Zeughaus Teufen Bilder von Peter Egloff zu sehen. Dieser nimmt für seine Viehschau-Szenen ungewöhnliche Perspektiven ein.
Claudio Weder
Maler mit Blick für die nebensächlichen Dinge: Peter Egloff aus Teufen. (Bild: Claudio Weder)

Maler mit Blick für die nebensächlichen Dinge: Peter Egloff aus Teufen. (Bild: Claudio Weder)

Was sehen wir, wenn wir durch die Welt gehen? Sind es Formen, Materialien oder Strukturen? Für den Teufner Maler Peter Egloff, dessen Bilder seit gestern im Rahmen einer «Zwischenstellung» im Zeughaus Teufen zu sehen sind, sind es vor allem die nebensächlichen Dinge, die seinen Blick auf die Welt prägen und seinen gemalten Viehschau-Szenen eine aussergewöhnliche Bildsprache verleihen. Nicht auf das Augenscheinliche – Sennen oder Kühe – lenkt Egloff den Blick des Betrachters, sondern auf das Flüchtige. Das, was droht, dem Blick zu entschwinden. Ein Rega-Helikopter am Himmel. Ein Porsche am Strassenrand. Ein Raiffeisen-Schriftzug. Äste und Blumen.

Nur: Was hat eigentlich ein Porsche oder ein Helikopter auf einem Bild einer Viehschau zu suchen? Egloff ist ein Künstler, der das Schöne dieser Welt zeigen will. «Aber ich bin kein Romantiker», sagt er. Vielmehr wolle er die Welt so aufzeigen, wie sie ist, mit allem, was dazu gehört. So bildet Egloff nicht bloss die Idylle ab, sondern integriert gerade auch jene Elemente in die Bildkomposition, welche die Idylle scheinbar stören. Aber eben nur scheinbar. Kurator Ueli Vogt bringt es auf den Punkt: «Das Rot des Regahelikopters findet sein Pendant im Rot der Sennenhemden – oder ist es umgekehrt?»

Bilder, die genaues Hinsehen erfordern

Egloffs Bilderausstellung ist Teil des laufenden Ausstellungsprojektes «Apropos – Flüchtige Blicke», bei welcher der «Blick nebendurch», das «Apropos», das Beiläufige im Zentrum steht. Zwei Wochen lang dauert die «Zwischenstellung». Nach Egloff sollen auch die anderen am Projekt beteiligten Künstlerinnen und Künstler Gelegenheit erhalten, aus der Gesamtausstellung «herauszuploppen», wie es Ueli Vogt formuliert, also eine Art kleine Ausstellung innerhalb der Ausstellung zu bekommen.

Es sind flüchtige Blicke, die den Betrachter in Form von Bildern erwarten, die aber beim Betrachten mehr als nur einen flüchtigen Blick erfordern. In Egloffs farbenfrohen Szenen verbergen sich Details, die bei bloss flüchtigem Betrachten möglicherweise übersehen werden. Ein weisses Pferd, das sich unter die Kühe verirrt hat. Ein Marienkäfer auf einer Seifenblase. Oder zwei Sennen, die während des Aufzugs zur Viehschau «mal müssen» und nur noch andeutungsweise als zwei rote Farbtupfer hinter einem Stall zu erkennen sind.

Malen mit dem Blick eines Fotografen

Der flüchtige Blick zieht sich als eine Konstante durch Egloffs Werk. Viele Motive wirken dezentriert, hie und da wählt der Künstler seinen Bildausschnitt so, dass Teile der dargestellten Figuren gar nicht mehr aufs Bild passen. Ein Kunstgriff. «Ein Motiv muss man nicht immer ganz zeigen», sagt Egloff. «Vieles reimt sich der Betrachter automatisch zusammen.»

Letztlich ist es, so könnte man sagen, auch eine fotografische Perspektive, die Egloff beim Malen seiner Bilder einnimmt. Dies kommt nicht von ungefähr. «Jedes gemalte Bild beginnt mit einer Fotografie», sagt Egloff, der gelernter Hochbauzeichner ist. Seit 2004 wohnt der gebürtige Zürcher in Teufen, in den 90er-Jahren hat er seine ersten Bilder gemalt, damals noch mit Bleistift, heute verwendet er dafür eine Mischung aus Öl- und Pastellkreide.

«Das Brauchtum, und insbesondere die Viehschauen, haben mich schon immer fasziniert», sagt der 59-Jährige. Auch an der Viehschau vom 19. September in Teufen wird er mit der Fotokamera zwischen den Kuhreihen anzutreffen sein – auf der Suche nach neuen aussergewöhnlichen Perspektiven.

Hinweis: Die «Zwischenstellung» mit Peter Egloff im Zeughaus Teufen dauert bis 19. September.

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