Pfeffer und Kaffee statt Zitronen

Vor 100 Jahren

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«Am Freitagabend ist in Emmishofen durch Eingreifen der schweizerischen Zollbeamten ein grosser Schmuggeltransport entdeckt worden. Ein mit 13 Ton­nen Zitronen beladener und nach Konstanz deklarierter Wagen sollte auf Wunsch der Absender noch möglichst rasch nach Konstanz abgeführt werden. Die schweizerischen Zollbehörden und das Bahnpersonal liessen sich jedoch nicht drängen und öffneten den Zitronenwa-gen zum Untersuch. Anstatt der Südfrüchte fand man darin in Kisten verpackt Pfeffer, Seife, Kaffee, Gummiringe, Gummimäntel, Fette, Öle und Stoffe. Sechs Mann hatten am Samstag den ganzen Tag über am Ausladen zu schaffen. Die Schmuggler befinden sich bereits in Haft. Dieser Fall beweist aufs neue, wie erfolgreich unsere Zoll- und Bahnämter den Schmuggel verfolgen. Die Bussen, die den zehnfachen Wert der Waren betragen, dürften sich in diesem Falle auf nahezu 500 000 Franken belaufen.»

Aus dem «St. Galler Tagblatt» vom 8. Oktober 1917