Petition gegen «Pflegefabrik» mit 160 Betten

RAPPERSWIL-JONA. Die Stadt Rapperswil-Jona will im Quartier Schachen südlich des Zentrums von Jona ein Pflegezentrum mit 160 bis 200 Betten sowie 60 Alterswohnungen bauen. Das Zentrum soll zwei heutige Standorte in der Stadt ersetzen. Gegen das Projekt regt sich Widerstand.

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RAPPERSWIL-JONA. Die Stadt Rapperswil-Jona will im Quartier Schachen südlich des Zentrums von Jona ein Pflegezentrum mit 160 bis 200 Betten sowie 60 Alterswohnungen bauen. Das Zentrum soll zwei heutige Standorte in der Stadt ersetzen. Gegen das Projekt regt sich Widerstand. So hat sich eine «IG Qualität statt Quantität» gebildet und sich zu Gesprächen mit den Stadtbehörden getroffen. Nun wehren sich ausserdem 136 Einwohner mit einer Petition gegen die Pläne, wie die «Südostschweiz» schreibt.

«Alte Menschen nicht isolieren»

Die Kernaussage der Petition: Alte Menschen sollten nicht «in eine Pflegefabrik abgeschoben» werden. Sie seien darauf angewiesen, zentral und in altersdurchmischten Bevölkerungsgruppen zu leben, damit sie nicht isoliert würden. «Zudem sollte es möglich sein, in der Nähe des gewohnten Umfelds eine Möglichkeit für altersgerechtes Wohnen zu finden.»

Die Petitionäre fordern den Stadtrat deshalb auf, seine Strategie zu überdenken. Sie verlangen, dass weitere Pflegestandorte bestehen bleiben, um- oder neu gebaut werden. Im Quartier Schachen sei die Zahl der Betten auf 100 zu beschränken.

«Synergien und kurze Wege»

Die zuständige Stadträtin Rahel Würmli hatte zum Thema bereits vor knapp einem Jahr Stellung genommen. «Es ist den Behörden klar, dass 160 Betten auf den ersten Moment erschrecken und nach Pflegefabrik aussehen», sagte sie. «Es wird aber die Aufgabe der Architekten sein, dies zu verhindern und eine menschen- und quartiergerechte Lösung aufzuzeigen.» In Bezug auf den Betrieb sei die Konzentration auf einen Standort sehr wichtig. Es gehe um Synergien und kurze Wege – auch wegen des sich abzeichnenden Engpasses beim Pflegepersonal und aus finanziellen Gründen.

Die Stadt will das neue Zentrum bis 2021 bauen. Zunächst ist eine Anpassung des Zonenplans nötig. (red.)