Peter Studer: «Sehr heikel»

Der Medienrechtler und ehemalige Präsident des Schweizerischen Presserates, Peter Studer, beurteilt die geplante Produktion «Der St. Galler Lehrermord» als «sehr, sehr heikel». Rechtlich massgebend sei der Anspruch auf Persönlichkeitsschutz der Angehörigen des Mordopfers nach ZGB.

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Der Medienrechtler und ehemalige Präsident des Schweizerischen Presserates, Peter Studer, beurteilt die geplante Produktion «Der St. Galler Lehrermord» als «sehr, sehr heikel». Rechtlich massgebend sei der Anspruch auf Persönlichkeitsschutz der Angehörigen des Mordopfers nach ZGB. Dazu gehöre der Respekt vor dem Andenken der Hinterbliebenen an das Opfer.

Allerdings gibt es Rechtfertigungsgründe für eine Verletzung des Persönlichkeitsschutzes wie etwa das öffentliche Interesse. Dies ist laut Studer klar gegeben bei der aktuellen Berichterstattung über das Ereignis. Ferner gilt dies bei Gedenkbeiträgen beispielsweise zehn Jahre nach dem Mord, oder bei analytischen Texten über vergleichbare Fälle. All dies ist bei der geplanten St. Galler Produktion kaum der Fall.

Wegweisende Bundesgerichtsentscheide seit 1983 hätten solche literarische Vorhaben gestoppt, sagt Studer. Dabei sei jeweils der Klage der Angehörigen auf Persönlichkeitsschutz stattgegeben worden.

Darüber hinaus weist Studer darauf hin, dass auch die Angehörigen des Täters unter Umständen das Recht auf Persönlichkeitsschutz einfordern können. (kl)