Pestizide in Salat, Beeren und Obst

Die Kantonalen Laboratorien der Ostschweiz führen regelmässig gemeinsame Untersuchungsaktionen durch: 2014 waren es 40 Kampagnen, für die rund 1200 Proben analysiert wurden. In den Labors landeten unter anderem Beeren, Döner-Verpackungen oder italienischer Käse.

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Frisch und knackig, aber nicht immer frei von Giftstoffen: Salate. (Bild: Fotolia)

Frisch und knackig, aber nicht immer frei von Giftstoffen: Salate. (Bild: Fotolia)

Für eine dieser gemeinsamen Ostschweizer Aktionen wurden 2014 Pestizidrückstände in Salat, Beeren oder Obst untersucht. Das Kantonale Labor Zürich überprüfte, wie sich der Einsatz von Pestiziden gegen die neu aufgetretene Kirschessigfliege auswirkte. Das Ergebnis: In 35 der 276 Proben wurden Rückstände entdeckt. Die betroffenen Betriebe müssten die Selbstkontrolle ausbauen, heisst es einem gemeinsamen Communiqué der Ostschweizer Laboratorien vom Donnerstag.

Das Kantonale Labor St.Gallen untersuchte für ein anderes Schwerpunktthema, ob an Verpackungen von Lebensmitteln unerwünschte Stoffe festgestellt werden können. Analysiert wurden unter anderem bedruckte Pappteller, Döner-Boxen oder Kaffeefilter. Insgesamt waren es 50 Proben.

Produzenten müssen reagieren
Die Beanstandungsquote lag bei acht Prozent. Das Ergebnis gilt als "nicht-besorgniserregend". Als Folge davon müssen nun einige der Produzenten der Verpackungen ihre Prozesse anpassen. Eine weitere Kampagne konzentrierte sich auf Aflatoxine, die durch Schimmelpilze gebildet werden. Sie gelten als akut toxisch und sind krebserregend. Über Kühe, die verschimmelte Futtermittel gefressen haben, könnten sie als Aflatoxin M1 in Milchpulver, Milch oder Käse gelangen.

Probleme mit Hartkäse aus Italien
Für die Untersuchungen war das Kantonale Laboratorium Thurgau zuständig. Fündig wurden die Experten bei allen Hartkäse-Proben. Bei den Produkten aus der Schweiz und aus Spanien wurden nur geringe Mengen entdeckt. Deutlich schlechter schnitt Hartkäse aus Italien ab: Fünf der elf untersuchten Proben waren deutlich mit dem Aflatoxin M1 belastet.

Nachfragen beim Hersteller brachten dafür keine Erklärung. Beim italienischen Hartkäse seien deshalb weitere Kontrollen notwendig, lautete die Schlussfolgerung des Labors.

An den Kampagnen sind in der Ostschweiz die Labors in Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau, Zürich sowie die Lebensmittelkontrolle Liechtensteins beteiligt. Das Labor in Schaffhausen ist zusätzlich für Appenzell Inner− sowie Ausserrhoden und für Glarus zuständig. (sda)