PESONALABBAU: 45 von 280 Mitarbeitern betroffen

Die Auslagerung der Chirurgie am Spital Heiden hat 45 Kündigungen zur Folge. Zehn Personen haben bereits eine neue Anstellung zugesichert bekommen. Für alle gibt es eine Austrittsentschädigung.

Roger Fuchs
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Rund ein Sechstel des Spitalpersonals in Heiden ist vom Stellenabbau betroffen. (Bild: Benjamin Manser)

Rund ein Sechstel des Spitalpersonals in Heiden ist vom Stellenabbau betroffen. (Bild: Benjamin Manser)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Lange blieb unklar, wie viele Stellen die auf April 2017 vorgesehene Auslagerung der Chirurgie vom Spital Heiden an die Hirslanden Klinik am Rosenberg kostet. Nun werden in einer Medienmitteilung erstmals konkrete Zahlen öffentlich. Die Rede ist von rund 45 betroffenen Mitarbeitenden. Lernende seien keine darunter. Die Kündigungen würden im Januar ausgesprochen. Zehn Personen hätten bereits eine andere Stelle innerhalb des Spitalverbundes zugesichert bekommen, bestätigt die Kommunikationsverantwortliche Nicole Graf Strübi.

Gleichzeitig wurde gestern mitgeteilt, dass der von einer paritätischen Verhandlungsgruppe erarbeitete Sozialplan für das Spital Heiden vorliegt. Er tritt auf den 1. Januar in Kraft. «Der Sozialplan gilt für die arbeitsvertraglich beschäftigten Mitarbeitenden des Spitals Heiden, denen im Rahmen der Kooperation und Verlegung der stationären Chirurgie des Spitals Heiden zwischen dem 1. Januar und 30. Juni 2017 gekündigt werden muss oder mit denen der Ausserrhoder Spitalverbund im gleichen Zusammenhang eine Aufhebungs- oder Änderungsvereinbarung schliesst», heisst es wörtlich.

Mindestens 1000 Franken für jede und jeden

Nachzulesen ist weiter, dass Betroffene eine Austrittsentschädigung erhalten. Die Höhe der Zahlung wird anhand einer Punkteskala und eines je nach Lebensalter unterschiedlichen Multiplikators errechnet, der Wert eines Punktes beträgt 500 Franken. So kriegt beispielsweise jemand mit 47 Jahren und 15 Dienstjahren 13500 Franken. Die Untergrenze liegt bei 1000 Franken, so viel bekommt jede oder jeder auf jeden Fall, unabhängig von Alter und Dienstjahren. Für Mitarbeitende, die das 60. Altersjahr vollendet haben, gilt eine besondere Regelung. Sie erhalten während maximal 18 Monaten, längstens aber bis zum Erreichen des AHV-Alters, eine Ausgleichszahlung von 70 Prozent des bisherigen Bruttolohns .

Der Stellenmarkt für medizinische Berufe wie Pflege, OP-Pflege oder Anästhesie-Pflege wird von den Spitalverantwortlichen als gut bis sehr gut eingestuft. Die für die Suche eines Arbeitsplatzes erforderliche Zeit soll zur Verfügung gestellt werden. Vakante Stellen innerhalb des SVAR würden nach Möglichkeit den Betroffenen angeboten. Abhängig von der genauen Anzahl der Betroffenen und der gewählten Regelungen rechnet der Spitalverbund mit Kosten von 650000 bis 750000 Franken. Im 2015 verzeichnete der Spitalverbund, zu dem auch das Spital Herisau und das Psychiatrische Zentrum in Herisau gehören, ein Defizit von knapp zehn Millionen Franken. Das Spital Heiden mit seinen 65 Betten und 280 Mitarbeitenden arbeitet nicht kostendeckend.