Pelikan wird zum Lockvogel

Der Pelikan in der Fussacher Bucht zieht Beobachter in Scharen an. Doch falls er dort bleibt, könnten ihm die tiefen Temperaturen im Winter gefährlich werden.

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Cleverer Vogel: Pelikan Horst wartet an seinem Lieblingsplatz auf eine Futterspende der Berufsfischer. (Bild: Gernot Grabher)

Cleverer Vogel: Pelikan Horst wartet an seinem Lieblingsplatz auf eine Futterspende der Berufsfischer. (Bild: Gernot Grabher)

Horst nennt ihn seine stattliche Fangemeinde: Der Pelikan, der vor einiger Zeit am Bodensee vor dem Ufer der Fussacher Bucht aufgetaucht ist, bekommt inzwischen täglich Besuch von Vogelfreunden mit leistungsstarken Teleobjektiven. Manche reisen gar aus Zürich und Süddeutschland an, weil sie sich den Anblick des raren Gastes nicht entgehen lassen wollen.

Die Experten der Vogelwarte Sempach ordneten das Tier eindeutig der Unterart der Rötelpelikane zu – dies wird bei genauerer Betrachtung des Kehlsackes deutlich, die die charakteristische Streifung des Kehlsackes aufweist. In freier Wildbahn ist diese Pelikan-Art nur in Afrika anzutreffen. Das Tier in der Fussacher Bucht ist offensichtlich trotz gestutzter Schwingen aus einem Zoo entwichen. Bisher hat sich niemand gemeldet, der den Vogel vermisst. Er ist beringt, ein Kennzeichen ist aber auf die Entfernung nicht lesbar.

Wie es weitergeht mit dem Pelikan, ist unklar. Wenn sich im Winter Eis in den Uferzonen bildet, wird der Pelikan, der nicht tauchen kann, kaum überleben, weil er keine Fische fangen könnte. Derzeit lebt er vor allem von Futterspenden der Berufsfischer, die ihm täglich ein paar Fische vorwerfen. Meist sind andere Vögel, Möwen und Graureiher, schneller als der Pelikan. «Aber den einen oder anderen Fisch erwischt er schon», sagt einer der Berufsfischer aus Fussach. (gg)