Pegelstand bleibt hartnäckig hoch

Der Wasserstand am Untersee geht nur um Millimeter zurück. Die Lage hat sich erst leicht entspannt, zumal aufs Wochenende wieder Niederschlag angesagt ist. Grössere Schäden sind durch das Hochwasser bisher keine zu verzeichnen.

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In Kreuzlingen schwappen noch Wellen auf die Fussgängerwege. (Bild: Andrea Stalder)

In Kreuzlingen schwappen noch Wellen auf die Fussgängerwege. (Bild: Andrea Stalder)

BERLINGEN. Gestern stand der Bodensee in Berlingen fünf Zentimeter tiefer als beim Höchststand. «Momentan haben wir eine leichte Entspannung», sagt der zuständige Gemeinderat Marius Brugger. Trotzdem sei es zu früh für eine Entwarnung oder ein abschliessendes Fazit. Denn über das Wochenende ziehen laut Prognose Regenschauer und Gewitter auf, die den Pegel auf dem jetzigen Stand halten oder gar erhöhen könnten.

Eingeschüchtert sind die Berlinger jedoch nicht. «Wir schauen deshalb nicht alle fünf Minuten auf die Messwerte», sagt Brugger. Im Notfall seien sie mit 300 abgefüllten Sandsäcken bestens gewappnet.

Keine Strasse, keine Kundschaft

Sonst scheint die Bevölkerung wie gewohnt dem Alltag nachzugehen. Und auch die Schaulustigen haben langsam genug vom Hochwasser. Die einzige Ungewöhnlichkeit ist der verkehrsfreie Dorfkern. Seit gestern ist die Seestrasse bis auf weiteres gesperrt, um Spritzwasser zu vermeiden. «So ruhig ist es hier sonst nie», stellt Peter Koster fest, Wirt des Gasthofs Hirschen. Obwohl die hochsommerlichen Temperaturen normalerweise viel Kundschaft an den See locken, muss er vorerst auf den grossen Ansturm warten. Der nächste Parkplatz befindet sich schliesslich 400 Meter entfernt beim Bahnhof.

In Kreuzlingen ist die Situation weiterhin nicht dramatisch. Ein kleiner Teil des Hafenplatzes steht unter Wasser, einige Fusswege sind gesperrt. Bei der Sealounge und der Kunstgrenze ist ein Abschnitt nicht zugänglich, wegen der starken Wellen. Die meisten Fussgänger haben Spass an der Abkühlung.

Weniger als 50 Schadensfälle

Trotz beachtlichem Hochwasserpegel am Untersee: Bei der Gebäudeversicherung Thurgauer (GVTG) sind erst wenige Schadensmeldungen eingegangen. «Der grosse Ansturm blieb aus», sagt Urs Herzog, Leiter Versicherungs- und Schadendienst der GVTG. Die Zahl der Schadensmeldungen liegt derzeit unter 50. Zum Vergleich: Nach dem Hagelschlag im Raum Ettenhausen/Aadorf am 27. Mai seien mehr als 200 Meldungen eingegangen. Wie hoch der Schaden finanziell ist, lasse sich erst sagen, wenn das Wasser zurückgegangen ist und die Fälle durch die Versicherung an Ort und Stelle begutachtet werden können. (red.)