Littering
Partyvolk hinterlässt Abfallberge – jetzt will die Stadt St.Gallen handeln

Massive Müllberge fanden die Reinigungskräfte der Stadt St.Gallen am Wochenende in der Innenstadt vor. Das zeigen diverse Videos und Bilder auf Social Media. Die St.Galler Stadtpolizei diskutiert über Massnahmen – insbesondere, was die Menschenmassen beim Bermuda-Dreieck betrifft.

Nico Conzett/FM1Today
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So sah es am frühen Morgen in der Innenstadt aus.

So sah es am frühen Morgen in der Innenstadt aus.

Bild: Ishi Sosa/Facebook

Seit kurzem sind die Bars und Restaurants in der Schweiz wieder offen, mittlerweile stimmt auch das Wetter und die Menschen strömen in Massen in die Städte, um in den vergangenen Monaten Verpasstes nachzuholen. Doch es scheint, dass nicht alle Partygängerinnen und Partygänger mit den wiedergewonnenen Freiheiten umgehen können. Bilder vom Wochenende zeigen massive Abfallberge in der St.Galler Innenstadt, wie «FM1Today» berichtet. Die Mülltürme erinnern eher an aussergewöhnliche Anlässe wie das St.Galler Fest – und nicht an ein normales Partywochenende.

Dass die Abfallmenge in der Innenstadt am Wochenende aussergewöhnlich hoch war, bestätigt Gerald Hutter, Strasseninspektor der Stadt St.Gallen. «Die Tendenz zu mehr Abfall auf den Strassen war bereits in den vergangenen Wochen erkennbar, am Sonntagmorgen wurde aber der Höhepunkt erreicht.» Hutter führt den Müllexzess auf die Kombination aus den Corona-Lockerungen, EM-Fieber und schönem Wetter zurück. Um das Problem in den Griff zu bekommen, stehe die Stadt derzeit mit den Gastronomiebetrieben im Austausch, um Lösungen zu erarbeiten. Hutter ist zuversichtlich, dass sich die Situation wieder normalisieren wird in den kommenden Wochen.

Quelle: Pascal Tschamper/Facebook Tschamper/FacebookTschamper/FacebookTschamper/Facebook

Stadtpolizei interveniert trotz Menschenmassen nicht

Besonders betroffen war am Wochenende die Gegend beim Unteren Graben und der Engelgasse – nicht nur der Abfall war dort ein Problem. Die Hinterlassenschaften des Partyvolks sind indes keine Überraschung, denn die Menschenansammlungen, die dort – wie schon an den vergangenen Wochenenden – anzutreffen waren, liessen ebenfalls an das St.Galler Fest erinnern. Den aktuellen Corona-Bestimmungen wird die Situation im Grunde nicht mehr gerecht.

Bei der Stadtpolizei St.Gallen ist man sich der Lage beim Bermuda-Dreieck bewusst, liess die Feierwilligen am Wochenende aber gewähren. Es sei allerdings nicht so, dass man einfach ein Auge zudrücke: «Es geht um die Verhältnismässigkeit», sagt Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen, «um eine Menschenansammlung von mehreren hundert Personen aufzulösen, würde es ein sehr grosses Personalaufgebot benötigen». Ausserdem sei nicht absehbar, was eine solche Intervention auslösen würde. Aus diesem Grund hat die Stadtpolizei auf weitergehende Massnahmen an diesem Wochenende verzichtet.

Winterthur reagiert härter

Ob an den kommenden Wochenenden andere Massnahmen eingeleitet werden, kann Widmer noch nicht sagen. Fest steht aber, dass die Stadtpolizei die Situation auf dem Radar hat und in den kommenden Tagen das Vorgehen für die nächsten Wochen berät.

Es ist also noch unklar, ob im Bermuda-Dreieck in den nächsten Wochen weiterhin so gefestet werden darf wie an den vergangenen Wochenenden. Unter Umständen wenden die Sicherheitskräfte eine restriktivere Strategie an – wie beispielsweise die Stadtpolizei Winterthur vergangene Woche. Und auch selbst wenn es in gleichem Stil weitergehen darf wie bisher: Den eigenen Abfall nicht einfach auf die Strasse zu schmeissen, darf von jedem erwartet werden.

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