Parteien für Fracking-Verbot

Die Mehrheit der Thurgauer Parteien fordert ein Fracking-Verbot im neuen Gesetz über die Nutzung des Untergrundes. Nur die SVP hält nichts davon.

Sebastian Keller
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FRAUENFELD. Mehrere Thurgauer Grossratsparteien fordern ein Fracking-Verbot. Das geht aus ihren Stellungnahmen zum Gesetz über die Nutzung des Untergrundes hervor. «Es fehlt die Regelung, wie mit Fracking umzugehen ist», begründen etwa die Grünliberalen.

Tatsächlich ist im Entwurf der Regierung Fracking explizit nicht erwähnt – weder befürwortend noch ablehnend. Das beklagen auch die Grünen. Die Partei fordert zudem, dass unterschieden wird zwischen Fracking zur Förderung von Gas und der hydraulischen Stimulation bei der Geothermie. Die CVP Thurgau findet, Fracking müsse im Gesetz erwähnt werden. Eine Bewilligung solle nicht erteilt werden, wenn Fracking eingesetzt wird. Auch die BDP fordert, dass Fracking bei der Nutzung des Untergrundes ausgenommen wird.

SP will nur Wasser erlauben

Die SP will zwar kein totales Verbot. Von Fracking mit Sand und Chemikalien, wie es in den USA angewendet wird, wollen aber auch die Sozialdemokraten die Finger lassen. Nur mit Wasser soll es erlaubt sein – das sei praktikabel. Der Thurgauer Hauseigentümerverband spricht sich dagegen klar gegen Fracking aus. Von dieser und ähnlichen Technologien gehe ein nicht genügend abschätzbares Restrisiko aus, begründet der Verband seine Haltung.

SVP gegen vorsorgliches Verbot

Die SVP hält als einzige Partei nichts von einem Verbot. Durch ein Gesetz sollen nicht bereits vorsorglich gewisse Einschränkungen oder sogar Verbote zur besonderen Nutzung des Untergrunds angeordnet werden. Als Grund nennt die Partei auch, dass die Forschung noch am Anfang stehe. EDU, EVP und FDP äussern sich nicht explizit zum Thema. Der Ball liegt nun beim Kanton.

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