Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Parkplatzstreit artete aus – bis zur Schnittwunde

Der Streit um einen Parkplatz endete 2010 mit einem Verletzten. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte nun einen 56jährigen Türken zu einer bedingten Freiheitsstrafe.
Claudia Schmid

ST. GALLEN. An der Gerichtsverhandlung vom Donnerstag schilderte zuerst der 46jährige Kläger und später der 56jährige Beschuldigte, was sich auf dem Gelände des Kantonsspitals St. Gallen im Dezember 2010 zugetragen hat. Er habe seit geraumer Zeit auf einen Parkplatz gewartet, als ein weiteres Auto gekommen sei, erklärte der Mann, der eine Schnittwunde erlitten hatte. Der Fahrer habe sein Fahrzeug mitten in den Weg gestellt, dabei ein Spitalauto behindert und schliesslich auf einem freien Platz parkiert. Darauf habe er zu ihm gesagt, ob er eigentlich normal oder krank sei. Sein Kontrahent habe ihn darauf auf Türkisch beschimpft.

Geschüttelt und geschlagen

Laut dem Privatkläger stieg er aus, ging zum Beschuldigten und schüttelte ihn. Darauf soll der Kontrahent auf ihn eingeschlagen und ihm eine Schnittwunde zugefügt haben. Ob es ein Messer oder ein anderer Gegenstand gewesen sei, könne er nicht sagen.

Der Beschuldigte schilderte den Vorfall ganz anders. Er sei als erster auf dem Parkplatz gewesen. Als er das Auto abgestellt habe, sei ein Mann auf ihn zugekommen und habe ihn beschimpft und geschlagen. Er selber habe nichts gemacht. Als kranker Mann und IV-Rentner habe er sein Gegenüber gar nicht angreifen können. Woher die Schnittwunde stamme, wisse er nicht. Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte sein Taschenmesser hervorgenommen und zugestochen hat. Sie forderte wegen versuchter schwerer Körperverletzung eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren. Zeugen hätten ausgesagt, die beiden hätten sich gegenseitig geschubst und geschlagen.

Genugtuung verlangt

Der Anwalt des Privatklägers verlangte für seinen Mandanten eine Genugtuungssumme von 3000 Franken. Die Abklärungen hätten eindeutig ergeben, dass die Wunde am Hals von einem Messer oder messerähnlichem Gegenstand stammen müsse.

Der Verteidiger beantragte einen Freispruch. Der Beschuldigte könne nur verurteilt werden, wenn zweifelsfrei beweisbar sei, dass er tatsächlich ein Messer gebraucht habe. Ansonsten müsse der Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» gelten. Während des Streits habe sein Mandant einen Erdnusssack gehalten. Somit habe er die Hände nicht frei gehabt, um ein Messer zu öffnen. Ausserdem habe keiner der Zeugen ein Messer gesehen. Möglicherweise sei die Verletzung durch eine Brille entstanden, die beim Streit kaputt gegangen sei.

Für schuldig erklärt

Das Kreisgericht erklärte den Mann der qualifizierten einfachen Körperverletzung schuldig und sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer zweijährigen Probezeit aus. Die Genugtuungssumme für den Privatkläger wies das Gericht ab.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.