Pandemie
Klares Nein zu obligatorischen repetitiven Schultests: Das sagen die Ostschweizer Kantone zu den Corona-Vorschlägen des Bundesrates

Die Regierungen der Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden unterstützen die Absicht des Bundesrates, die nationalen Corona-Massnahmen zu verstärken. Sie sind aber nicht mit allem einverstanden, was die Landesregierung vorschlägt. Kategorisch lehnen sie obligatorische repetitive Schultests ab.

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Die Ostschweizer Kantonsregierungen zeigen sich skeptisch, was eine Zertifikatspflicht für private Treffen angeht.

Die Ostschweizer Kantonsregierungen zeigen sich skeptisch, was eine Zertifikatspflicht für private Treffen angeht.

Bild: Laurent Gillieron / KEYSTONE

Die Ostschweizer Kantone zeigen sich einig: Sie begrüssen die verstärkten Corona-Massnahmen des Bundes. Mit diesen will der Bundesrat die sehr hohe Auslastung der Spitäler reduzieren und die Pandemie nach dem Auftreten der neuen Omikron-Variante eindämmen.

Bereits am 24. November hat der Bundesrat die epidemische Lage als kritisch eingestuft und die Kantone zum Ergreifen von Massnahmen aufgefordert. «Dieser Aufforderung sind die Ostschweizer Kantone mit einem Massnahmenbündel nachgekommen», heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei St.Gallen.

Kantone sehen Zertifikatspflicht für private Treffen skeptisch

Die von der Landesregierung vorgeschlagene Ausweitung der Zertifikatspflicht auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Veranstaltungen von Laien in Innenräumen halten die Ostschweizer Kantone für sinnvoll.

Bei der Zertifikatspflicht für private Treffen im Familien- und Freundeskreis zeigen sie sich allerdings skeptisch. Allerdings:

«Sie sprechen sich für eine Empfehlung im Sinne einer Richtschnur für eigenverantwortliches Handeln aus, da sich eine solche Regel letztlich nicht kontrollieren und damit nicht durchsetzen lässt.»

Die Ausdehnung der Maskenpflicht in Innenbereichen findet Zustimmung bei den Regierungen der Kantonen. Diese Massnahme haben die Ostschweizer Kantone grösstenteils diese Woche schon aufgegriffen. Zudem heissen die Ostschweizer Kantone auch die Sitzpflicht für das Konsumieren von Speisen und Getränken in Innenbereichen gut sowie das Erheben von Kontaktdaten bei Kultur- und Sportaktivitäten.

Ja zur Homeoffice-Empfehlung

Auch zusätzliche Massnahmen in den Arbeitsstätten schlägt der Bundesrat vor. «Die Ostschweizer Kantone sprechen sich dabei klar für die Weiterführung der Homeoffice-Empfehlung und für eine Maskenpflicht in Innenräumen mit mehreren Personen aus», heisst es in der Mitteilung der St.Galler Staatskanzlei.

Eine Homeoffice-Pflicht für ungeimpfte und nicht genesene Mitarbeitende lehnen die Kantonsregierungen jedoch ab. Dies gilt auch für die Möglichkeit für repetitive Tests in Betrieben. Die Ostschweizer Kantone halten solche nicht für zielführend.

«Sie zweifeln insbesondere, ob dafür die Testkapazitäten ausreichen.»

Kategorisches Nein zu repetitiven Tests an Schulen

Kategorisch abgelehnt wird von den Ostschweizer Kantonsregierungen zudem ein flächendeckendes Test-Obligatorium an Schulen in der ganzen Schweiz.

«Ein solches würde zu einer Überlastung der Logistik und der Labors führen.»

Die Folge wären gemäss dem Communiqué längere Bearbeitungszeiten und damit weniger aussagekräftige Testresultate, weil der Zeitraum zwischen Test und Resultat zu gross werde. Die Massnahme wäre letztlich kontraproduktiv, schreiben die Ostschweizer Kantonsregierungen. Die kantonale Kompetenz in diesem Bereich habe sich bewährt. Das Dispositiv habe sich laufend weiterentwickelt, und die Test-Infrastruktur habe mit dieser Dynamik Schritt halten können. Daran solle nicht gerüttelt werden. (pd/sae)

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