Pandemie
Bildungsdepartement St.Gallen hat entschieden: Präsenzunterricht in Volksschule, Gymnasien und Berufsschulen bleibt bestehen

Im Kanton St.Gallen bleiben die Schulen auch in den kommenden Wochen im Präsenzunterricht. Das Bildungsdepartement begründet diesen Entscheid mit den Empfehlungen des Bundes und den rückläufigen Zahlen.

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Schüler an der Kantonsschule Wattwil.

Schüler an der Kantonsschule Wattwil.

Bild: Arthur Gamsa

(SK/red) In der letzten Woche haben Schulklassen der Sekundarstufe II im Kanton St.Gallen gefordert, im Fernunterricht zu verbleiben und sind teilweise in Streik getreten. Jetzt hat das St.Galler Bildungsdepartement einen Entschluss gefasst, es stützt sich dabei auf zwei Faktoren ab: Erstens habe der Bundesrat auf Empfehlung seiner Task Force auf eine landesweite Anordnung von Fernunterricht verzichtet und zweitens seien die Fallzahlen im Kanton St.Gallen rückläufig.

Wie es in der entsprechenden Mitteilung des kantonalen Bildungsdepartements weiter heisst, würden in der Volksschule zudem zusätzliche Schutzvorkehren getroffen: Eine umfassende Maskenpflicht für alle Erwachsenen, die sich in den Schulräumen aufhalten und ein Verbot offener Schulbesuchstage.

Empfehlung der Task Force des Bundes

Die St.Galler Gymnasien und Berufsschulen – die Sekundarstufe II – sind auf den 18. Januar nach einer Fernunterrichts-Spanne von zwei Wochen nach den Festtagen wieder auf Präsenzunterricht umgestiegen. Die Schulen werden allerdings angewiesen, die grossen Räumlichkeiten wie zum Beispiel Aulen oder Foyers als Aufenthalts- und Verpflegungszonen mit grösstmöglichen Abständen zu nutzen.

«Hybrid-Modelle» mit halb Präsenz- und halb Fernunterricht würden abgelehnt – damit würde Unruhe in den Schulbetrieb getragen, ohne dass die gesundheitspräventive Wirkung klar ersichtlich wäre. In der Mitteilung heisst es:

«Die Entscheidinstanzen werden die Lage in den folgenden zwei Wochen bis zu den vielerorts anstehenden Sportferien genau beobachten. Sollte die pandemische Lage es im weiteren Verlauf erfordern, bleiben einschneidendere Massnahmen vorbehalten.»

Schulbesuchstage fallen aus – Maskenpflicht für Erwachsene

Für die Volksschule halte St.Gallen ohnehin am Präsenzunterricht fest. Um die Ansteckungen noch weiter einzuschränken, müssen im Kanton ab dem 25. Januar innerhalb der Schulgebäude aller Stufen von allen Lehrpersonen und allen weiteren Erwachsenen konsequent und obligatorisch Masken getragen werden. Dies betreffe in erster Linie die Volksschule, wo das Maskentragen bisher lediglich empfohlen bzw. differenziert geregelt gewesen sei – auf der Sekundarstufe II gelte die durchgehende Tragepflicht bereits seit längerem.

In der Volksschule gelte weiterhin auch Maskenpflicht für die Jugendlichen der Oberstufe. Elterngespräche könnten weiterhin stattfinden, untersagt würden jedoch aufgrund des zu hohen Durchlaufs an Personen und der angestrebten Minimierung der Kontakte die offenen Besuchstage.

Schüler haben teilweise mit Streiks reagiert – Bildungsdirektor fordert Schuldirektoren auf, Regeln durchzusetzen

Seit Montag widersetzen sich Berufsmittelschüler des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen (GBS) der Präsenzpflicht. Alle 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse «Soziales und Gesundheit» befinden sich im Kollektivstreik. Weitere Klassen haben sich dem Protest teilweise angeschlossen. Doch auch die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben haben am Mittwoch auf ihrem Instagramkanal dazu aufgerufen, sich dem Präsenzunterricht zu widersetzen. In einem Interview mit dem Newsportal FM1Today sagt der St.Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker, was er von dieser Aktion hält:

«Die Schuldirektoren sind jetzt angewiesen, dass sie die Regeln über Disziplinarmassnahmen durchsetzen. Die Schule hat stattzufinden und die Schülerinnen und Schüler müssen zum Unterricht erscheinen. Sonst können die Schulen Verweise aussprechen.»

Raumluftreinigung und frühere Impfungen für Lehrpersonen prüfen

Die Kantonsschule Wil werde demnächst zwei verschiedene Raumluftreinigungsgeräte testen. Diese Geräte sollen geschlossene Räume von Aerosol und somit von Covid-Viren reinigen können. Die Testergebnisse könnten allenfalls erlauben, zu einem Schulunterricht mit weniger Massnahmen zurückzukehren.

Des Weiteren sei es zu begrüssen, dass die Lehrpersonen noch vor der breiten Bevölkerung geimpft werden könnten. Das Bildungsdepartement prüft eine entsprechende Lösung im Kontakt mit den zuständigen Stellen. Wie es abschliessend in der Mitteilung heisst, sei aufgrund der knappen Impfstoffmenge und der Priorisierung für Hochrisikopatientinnen und
-patienten eine Impfung voraussichtlich erst im Frühjahr möglich.