Pandemie
«Schulschliessungen verhindern»: Ab Montag gilt an St.Galler Schulen wieder Maskenpflicht

Wegen der unsicheren Coronalage führt der Kanton St.Gallen die Maskenpflicht an den Schulen wieder ein. Sie gilt ab Montag für alle Erwachsenen in Volksschule und Sekundarstufe II sowie für alle Kinder und Jugendlichen der Oberstufe und der Sekundarstufe II.

Adrian Vögele Jetzt kommentieren
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In St.Gallen müssen die Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe wieder eine Maske tragen.

In St.Gallen müssen die Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe wieder eine Maske tragen.

Bild: Ennio Leanza / KEYSTONE

Seit den Sommerferien hat sich die Coronasituation auch an den Schulen wieder zugespitzt. Jetzt verfügt das St.Galler Bildungsdepartement auf Empfehlung des Kantonsarztamtes die Rückkehr zur Maskenpflicht in den Schulräumen. Sie gilt ab kommendem Montag, 13. September, bis zwei Wochen nach den Herbstferien – und zwar für alle Lehrpersonen und weiteren Erwachsenen in Volksschule und Sekundarstufe II sowie für alle Kinder und Jugendlichen der Volksschuloberstufe und der Sekundarstufe II. «Mit der Massnahme nimmt der Kanton in einer unsicheren Phase der Pandemie Druck vom System Schule und von den Ausbruchstestungen», heisst es in der Mitteilung.

«Das Tragen der Maske ist wirkungsvoll. Es dämmt die Ausbreitung des Virus tendenziell ein. Klassen mit Maske müssen nicht mehr in Quarantäne gesetzt werden, selbst wenn mehrere Schülerinnen und Schüler oder die Lehrperson erkranken.»

In diesen Fällen sei davon auszugehen, dass die Ansteckung ausserhalb der Schule stattgefunden habe. Das Maskentragen entlaste auch die Ausbruchstestungen an den Schulen. «Diese sind noch dann anzuordnen, wenn der Verdacht auf Ausbreitung innerhalb der Klasse besteht.»

System beruhigen – Schulschliessungen verhindern

Die Ausbreitung des Virus finde vor allem in Innenräumen statt, in denen keine Maske getragen werde, heisst es in der Mitteilung weiter. «Das sind neben dem häuslichen Umfeld auch die Schulzimmer. Die Erkrankungen steigen, auch wenn sie bei Kindern kaum schwere Verläufe zeigen.»

Das Bildungsdepartement macht aus der aktuell schwierigen Lage kein Geheimnis: «Welche Massnahmen für die Schule verhältnismässig sind, wird von Fachleuten, Schulverantwortlichen und Eltern anhaltend kontrovers beurteilt.» Es sei zurzeit herausfordernd, akkurate Massnahmen zu treffen.

«Das Maskentragen ist zwar wenig angenehm und wenig beliebt. Es ist jedoch aus medizinischer Sicht grundsätzlich zumutbar und hat sich in den früheren Wellen bewährt.»

Jedenfalls sei das Maskenobligatorium besser als Massentestungen, die unter verschiedenen Aspekten wenig effizient seien und den Schulen beträchtliche Umtriebe verursachen würden. «Erst recht geht es der Inkaufnahme von Schulschliessungen vor, die mit allen Mitteln zu verhindern sind.»

Heikle Zeit nach den Herbstferien noch abdecken

Das Bildungsdepartement verweist auch auf die Zertifikatspflicht, die der Bundesrat am Mittwoch ausgeweitet hat. Diese gelte neu auch für Veranstaltungen mit Ansammlungen von Personen. Jedoch: «Eine Zertifikatspflicht entsprechender Art für Unterrichtsveranstaltungen in der Volksschule und der Sekundarstufe II ist vom Bundesrecht ausgenommen und wäre dort auch nicht praktikabel. Die Maskenpflicht trägt dazu bei, diese Differenz auszugleichen.»

Das neue St.Galler Maskenobligatorium deckt sich mit demjenigen in zurückliegenden Pandemiewellen. «Die Befristung bis zwei Wochen nach Ende der Herbstferien ist darauf ausgerichtet, die heikle Zeit nach der Ferienrückkehr abzudecken», heisst es im Communiqué. «Die Entwicklung der Pandemie wird aber daraufhin beobachtet, ob eine vorzeitige Aufhebung des Obligatoriums möglich würde.»

Keine Maskenpflicht für Primarschulkinder

Ein Maskenobligatorium für Kinder der Primarschule betrachtet das Bildungsdepartement als nicht verhältnismässig, darum wird darauf verzichtet. «Abgesehen von ohnehin milden Verläufen bei Kindern in diesem Alter ist zu beachten, dass sich diese Kinder aus anatomischen Gründen gegenseitig kaum anstecken.» Miterfasst vom Maskentragen sind die Lehrpersonen in Primarschule und Kindergarten.

Erneuter Impfappell

Abschliessend ruft der Kanton die Bevölkerung ab 12 Jahren erneut zur Impfung auf: «Den besten Schutz für alle Beteiligten bietet die Impfung. Diese ist nachhaltig und verbessert die Ausgangslage für Herbst und Winter massgeblich. Die Impfung ist niederschwellig für Jugendliche ab 12 Jahren erhältlich. Sind sie und vor allem auch alle Lehrpersonen geimpft, sind auch die jüngeren Kinder gut geschützt.»

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