Pandas gehen nach Gossau

Für einige Tiere müssen nach dem Aus des Eichberg-Zoos Lösungen gefunden werden. Ernst Federer vom Walter-Zoo sucht Plätze in in- und ausländischen Tierparks – keine leichte Aufgabe.

Rita Bolt
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Der Kleine Panda – auch Roter Panda genannt – wird Ende März nach Gossau in den Walter-Zoo umziehen dürfen. (Bild: Urs Bucher)

Der Kleine Panda – auch Roter Panda genannt – wird Ende März nach Gossau in den Walter-Zoo umziehen dürfen. (Bild: Urs Bucher)

gossau/eichberg. Der Eichberg-Zoo ist am Ende, er wird liquidiert (vgl. Ausgabe vom 15.3.). Diese Nachricht erreichte Ernst Federer, Direktor des Walter-Zoos und Präsident der Wildparks und Zoos Schweiz, am Montag. «Das hiess für uns: sofort handeln», sagt Federer, der mit dem rheintalischen Erlebniszoo in den vergangenen Monaten in Kontakt gestanden ist. «Wir nahmen nach der Hiobsbotschaft sofort Kontakt mit verschiedenen Zuchtführern in Europa auf, um abzuklären, wo Tiere plaziert werden könnten.» Antworten können zum jetzigen Zeitpunkt wenige gegeben werden. Beispielsweise ist nicht geklärt, wo die 30 Krallenaffen, die beiden Geparde und die Zwerghirsche untergebracht werden sollen. Denn im Walter-Zoo fehlen die Infrastruktur und der Platz für so viele neue Tiere. Ziel müsse sein, sie in andere Zoos zu geben. Und allenfalls in Zuchterhaltungsprogramme in Zoos zu integrieren, sagt Federer.

Zu wenig Platz für Affen

Im Walter-Zoo leben derzeit etwa 100 Tierarten. Das sind gut 500 Tiere. Eine Anlage, die mit wenig Aufwand umgestaltet werden kann, wird für die beiden Kleinen Pandas, auch Rote Pandas genannt, hergerichtet. Es sind Vater und Sohn, die beiden werden in Gossau bleiben. Der knapp zweijährige Sohn Liang hat bereits früher Aufsehen erregt. Er wurde – nach dem Tod seiner Mutter und seines Bruders – mit der Flasche aufgezogen. Und der handzahme Panda hatte auch schon einige Auftritte in den Medien. «Er ist und bleibt aber ein Wildtier», sagt Federer. Im Walter-Zoo sollen Vater und Sohn nicht allein leben. Gesucht wird nach einem Weibchen. Denn Zoos beschäftigten sich auch mit der Aufzucht von gefährdeten Tierarten. Und Pandas sind sehr gefährdet. Allenfalls wäre der Walter-Zoo auch bereit, die beiden Geparde aufzunehmen. Eine freie Anlage gebe es derzeit aber nicht. «Wir müssen uns zuerst über allfällige Kosten im klaren sein», sagt Federer. Ob die beiden Geparde überhaupt in einen ausländischen Zoo gegeben werden könnten, ist ungewiss. Denn das Weibchen ist sehbehindert. «In der Regel tauschen Zoos nur gesunde Tiere», sagt Federer.

Bis Ende März in Eichberg

Ganz so einfach geht die Umplazierung der Tiere aus dem Eichberg-Zoo nicht vonstatten. Federer hofft, dass sie bis Ende März in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. «Die Pflege, Betreuung und Fütterung werden, bis sie eine neue Bleibe gefunden haben, durch den Walter-Zoo sichergestellt», sagt Federer.