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PALLIATIVPFLEGE: Ein Zuhause zum Sterben

Das Sterbehospiz St. Gallen wird seinen Betrieb Anfang 2018 aufnehmen. Allerdings noch nicht in der Villa Jacob. Diese muss zuerst um 20 Meter verschoben werden. Eine Zwischenlösung ist gefunden.
Roman Hertler
Mehr als bloss ein Provisorium: In idyllisches Grün gebettetes Sterbehospiz direkt neben der Heiligkreuz-Kirche in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Mehr als bloss ein Provisorium: In idyllisches Grün gebettetes Sterbehospiz direkt neben der Heiligkreuz-Kirche in St. Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Roman Hertler

roman.hertler@tagblatt.ch

Sterben in Würde: Das will der Verein «Freunde stationäres Hospiz» schwerstkranken Ostschweizern ermöglichen. Seit Jahren bereitet der Verein die Eröffnung eines Hospizes vor. Vorgesehener Standort ist nach wie vor die denkmalgeschützte Villa Jacob in St. Gallen (Ausgabe vom 3. Juni 2016). Dazu muss das Gebäude, das der Gemeinnützigen- und Hilfs-Gesellschaft der Stadt St. Gallen gehört, aber um 20 Meter verschoben werden. Der Platz wird für den Erweiterungsbau des angrenzenden Betagtenheims Josefshaus benötigt. Aufgrund von Bauverzögerungen ist die Villa Jacob aber auf Ende 2017 nicht bezugsbereit. Deshalb hat der Verein «Freunde stationäres Hospiz» nach einer Übergangslösung gesucht. Mit der Katholischen Kirchgemeinde wurde für das ehemalige Kapuzinerhospiz an der Waldstrasse 3 in St. Gallen ein unbefristeter Mietvertrag abgeschlossen. «Mit dieser Zwischenlösung geraten wir nicht unter Druck, falls sich die Verschiebe- und Umbauarbeiten an der Villa Jacob noch weiter verzögern sollten», sagt Roland Bu­schor, Vizepräsident des Vereins.

Wohnlich soll es sein

«Wir mussten lange warten, sind jetzt aber froh, dass unheilbar kranke Menschen endlich ein Zuhause zum Leben und Sterben erhalten», sagt Pflegefachfrau Beata Winiger, die über eine langjährige Erfahrung in der palliativen Pflege verfügt und die Leitung Pflege im Hospiz übernehmen wird. Sieben Betten wird es im Hospiz geben. Gemeinsam mit Berufs- und Vereinsvorstands­kollegin Lydia Koller wird Beata Winiger nun mit der Rekrutierung der Mitarbeiter beginnen, die ihre Arbeit Anfang 2018 aufnehmen sollen. Der Stellenplan umfasst elf Vollzeitstellen, wovon 9,5 auf den Bereich Pflege entfallen. Andere Aufgaben wie Hotellerie, Seelsorge oder ärztliche Betreuung werden in Kooperation mit anderen Organisationen erfüllt, «um das Budget möglichst schlank zu halten», so Roland Buschor.

Der Sichtbetonbau an der Waldstrasse war ursprünglich als grosszügiges Einfamilienhaus mit Garten konzipiert. Die wohnliche Umgebung muss aber noch mit einigen baulichen Massnahmen dem Hospizbetrieb angepasst werden, insbesondere durch den Einbau eines Rollstuhllifts im Treppenhaus. Das Haus eignet sich laut dem Verein «Freunde stationäres Hospiz» bestens für Schwerstkranke, die mit dem nahen Tod konfrontiert sind. «Hier können sie würdig leben bis zum Schluss und von ihren Angehörigen Abschied nehmen», sagt Roland Buschor.

Der Umzug in die Villa Jacob ist auf Mitte 2019 geplant. Die Verschiebung des Gebäudes beginnt am kommenden 16. August. Danach können die Umbauarbeiten im Inneren des Gebäudes starten.

Weitere Mitglieder und Spender werden gesucht

Lange war fraglich, ob der Verein überhaupt in der Lage ist, genügend finanzielle Mittel für das Hospiz aufzutreiben. Mittlerweile sind die Vorfinanzierung und der Betrieb für das erste Jahr gesichert. Es werden aber noch weitere Spender und Vereinsmitglieder gesucht, damit das Hospiz irgendwann selbsttragend arbeiten kann. Die Vorbetriebskosten betragen rund 1,3 Millionen Franken. Die Einrichtung kostet etwa 500000 Franken, der Umbau der Villa Jacob ebenfalls. Die restlichen 300000 Franken entfallen auf die bisherigen und künftigen Planungs- und Fundraising-Massnahmen. Hierzu haben nebst Stiftungen der Kanton St. Gallen sowie die beiden Appenzell Beiträge aus dem Lotteriefonds gesprochen.

Die jährlichen Betriebskosten des Hospizes werden mit rund 2,2 Millionen Franken veranschlagt. Gemäss Roland Buschor werden rund 750000 Franken davon über die reguläre Pflegefinanzierung – sprich: öffentliche Hand, Patienten und Krankenkassen – gedeckt. Ein weiterer kantonaler Beitrag über 300000 Franken wird demnächst im Kantonsrat debattiert. Gemäss Innendepartement soll es sich dabei aber nicht um eine Pauschale handeln, sondern um einen variablen Beitrag, der sich an der tatsächlichen Patientenbelegung bemessen wird. Das Geschäft hätte in der Junisession behandelt werden sollen, wurde nun aber auf September verschoben. Gemäss Stimmen aus der vorberatenden Kommission war die Vorlage relativ unbestritten. Die Umsetzung ist für das Jahr 2018 vorgesehen.

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