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Pädophile abhalten, Täter zu werden

Forensik Das private Forensische Institut Ostschweiz (Forio) engagiert sich schwerpunktmässig für die Verhinderung von Pädophilen-Delikten.

Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Arbeit mit geistig behinderten Menschen, Gutachten im Auftrag von Behörden sowie die psychologische Arbeit in Strafanstalten.

Zurzeit sind rund 50 Männer mit pädophilen Neigungen in Behandlung bei Forio-Therapeuten, wie CEO Monika Egli-Alge am Freitag an einer Medienkonferenz sagte. Seit seiner Gründung vor 14 Jahren habe das Institut insgesamt 126 Betroffene beraten und behandelt.

80 Prozent selbst gemeldet

Rund 80 Prozent von ihnen hätten sich selbst gemeldet – von diesen hätten sich 20 Prozent noch kein Delikt zuschulden kommen lassen und wollten verhindern, dass es so weit komme, sagte Egli-Alge. Bei den übrigen laufe beispielsweise ein Strafverfahren oder sie seien von den Behörden angewiesen worden, eine Therapie zu absolvieren.

Etwa zehn Prozent der Betroffenen müssten als untherapierbar eingestuft werden, so ­Egli-Alge. Sie zeigten keinerlei Einsicht. Hier müssten Staatsanwaltschaften und Gerichte entscheiden, wie man sie von weiteren Delikten abhalten könne.

Die Therapie könne nicht zum Ziel haben, die Betroffenen zu «heilen», also ihre Neigung verschwinden zu lassen, denn das sei unmöglich, sagte Egli-Alge. Sie müssten und könnten aber lernen, mit ihrer Pädophilie umzugehen, ohne eine Straftat zu begehen – und eine Straftat sei auch «ein bisschen Kinderporno gucken».

Das rechtspsychologisch geführte Institut Forio mit Sitz in Frauenfeld führt Zweigstellen in Zug und in Zürich. An allen drei Stellen werden alle Forio-Tätigkeitsfelder angeboten. Sie haben jedoch auch Schwerpunkte. So ist die seit Herbst 2017 bestehende Stelle in Zürich unter der Leitung von Rechtspsychologin Cathe­rine Graber spezialisiert auf Gutachten. In den meisten geht es um Jugendliche oder Kinder. Laut einem Bundesgerichtsentscheid vor einigen Jahren müssen Gutachten im Erwachsenenstrafrecht von einem Psychiater oder einer Psychiaterin verantwortet werden.

Schwerpunkt der Zweigstelle Zug ist die Kooperation mit Strafanstalten im psychotherapeutischen Bereich.

Arbeit mit geistig Behinderten

In Frauenfeld liegt der Schwerpunkt auf dem sogenannten «U-Bereich» unter der Leitung von Meinrad Rutschmann. Das U steht für «IQ unter der Norm» –es geht hier um Menschen mit Lern- und geistigen Behinderungen. Sie würden laut Statistik neunmal häufiger Opfer von sexuellen Straftaten – aber auch fast eben so viel häufiger selbst Täter oder Täterin, sagte Rutschmann.

Der Umgang mit diesen Menschen unterscheide sich von ­jenem mit normal intelligenten Personen, sagte Rutschmann. Ihnen gegenüber müsse man beispielsweise alles «ganz klar auf den Punkt bringen». Insgesamt umfasst Forio 26 Mitarbeitende, davon 22 Therapeutinnen und Therapeuten, die sich knapp 20 Stellen teilen. (sda)

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