PAARUNGSVERHALTEN: Auf den falschen Frosch gesetzt

Der Frühling ist endlich da: In einem Gartenteich in Thal umklammert ein Erdkrötenmännchen ein Wasserfroschweibchen. Ob in Sachen Fortpflanzung dabei etwas herausschaut, erklärt ein Biologe.

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Innige, aber biologisch wenig ertragreiche Szene zwischen Erdkrötenmännchen und Wasserfroschweibchen (rechts) in einem Gartenteich in Thal. (Bild: Christof Sonderegger)

Innige, aber biologisch wenig ertragreiche Szene zwischen Erdkrötenmännchen und Wasserfroschweibchen (rechts) in einem Gartenteich in Thal. (Bild: Christof Sonderegger)

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Der Erdkröterich, der sich (in-)brünstig an ein Wasserfroschweibchen klammert: Die Paarungsinstinkte von Mensch und Tier erwachen im Frühling wieder zum Leben. Fotograf Christof Sonderegger hat das ungleiche Paar (Bild) im Gartenteich in Thal auf frischer Tat ertappt. Schnell fragt sich der Betrachter, ob derartiges Paarungsverhalten zu irgendetwas führt. Vielleicht zu kleinen Erdfröschchen?

Der Biologe winkt ab. «Aus diesen zwei wird mit grösster Wahrscheinlichkeit nichts», sagt Naturschützer Josef Zoller auf Anfrage. Erdkrötenmännchen in Paarungsstimmung sprängen gerne auf Amphibien jeglicher Art, sofern sie sich gerade bewegen. Ob Grasfrosch oder Wasserfröschin spielt dabei keine Rolle.

«Das Aufsitzen und Klammern eines Erdkrötenmännchens würde bei einem Erd­krötenweibchen die Eireifung auslösen», sagt der Biologe. Dies könne mehrere Tage dauern. Beim Umklammern eines Wasserfroschweibchens hingegen geschehe erst mal gar nichts. Bleibe das erwartete Verhaltensmuster des Weibchens aus, löse sich das Erdkrötenmännchen wieder von der Fehlpaarung. Ganz wie im richtigen Leben. (oh/rtl)