Ostschweizer Stiftung für Volksmusik hat Zulauf

Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik hatte zu wenig Gesuchsteller. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert. Einige Bitten um Unterstützung musste der Stiftungsrat jedoch abweisen.

Katharina Brenner
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Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik unterstützt beispielsweise den Violinunterricht eines Buben. (Bild: Getty)

Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik unterstützt beispielsweise den Violinunterricht eines Buben. (Bild: Getty)

Bei der Ostschweizer Stiftung für Volksmusik hat sich einiges getan in den vergangenen zwei Monaten. Rund 30 Gesuche sind eingegangen. «Das freut uns sehr», sagt Stiftungsratspräsident Guido Rüegge aus Tägerwilen. Normalerweise sind es auf das ganze Jahr verteilt zwischen 20 und 30 Gesuche – zu wenig. Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik hatte Geld, aber nicht genug Gesuchsteller. Davon berichtete der Stiftungsratspräsident Anfang Oktober. Ein Problem gemäss Rüegge: «Unsere Stiftung ist nicht bekannt genug.» Mit dem Zeitungsartikel hat sich das geändert. Nach Erscheinen des Artikels gingen rund 30 Gesuche ein, 9 davon wurden bewilligt, eines ist pendent. Ein Grossteil wurde jedoch abgelehnt.

Diese Gesuche hatten im engeren Sinn mit Blasmusik und nicht direkt mit Volksmusik zu tun. Rüegge erklärt:

«Blasmusikformationen haben zwar teils auch Stücke aus der Volksmusik in ihrem Repertoire, aber sie macht einen sehr kleinen Teil aus.»

Klassische Instrumente der Ostschweizer Volksmusik seien beispielsweise Akkordeon, Schwyzerörgeli, Violine, Hackbrett und Klavier. In Österreich und in Bayern sei das Klavier nicht Teil der Volksmusik. Das sei etwas speziell Schweizerisches. Die Zither werde hierzulande leider nur noch selten gespielt.

Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik fördert Einzelpersonen und Trägerschaften, die sich um die schweizerische Volksmusik bemühen. Sie müssen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Graubünden, Schaffhausen, Glarus, Zürich oder den beiden Appenzell kommen und ihre finanziellen Verhältnisse eng sein. Rüegge meint, viele würden sich nicht trauen, darüber zu sprechen, dass ihnen das Geld für den Musikunterricht fehle. Die Stiftung gewährt zudem Defizitgarantien bei nicht kommerziellen Anlässen. Gegründet wurde sie vor 13 Jahren von der Ostschweizerin Yvonne Kayser, die später im Saarland lebte und im Jahr 2010 verstarb.

Geld für neue Trachten und eine Abschlussarbeit

Rüegge nennt ein paar Gesuche, welche die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik im Herbst des vergangenen Jahres bewilligt hat. Sie unterstützt beispielsweise einen Kindertrachtenchor, der seine Trachten ersetzen muss. Oder den Violinen-Unterricht eines Buben an einer Musikschule. Eine Studentin, die an der Hochschule Luzern Volksmusik studiert, unterstützt die Stiftung bei ihrer Abschlussarbeit, die einen Bezug zur Ostschweiz hat. Einer Familie aus der Region, die sich gemäss Rüegge «volksmusikalisch ausgesprochen engagiert», hat die Stiftung ebenfalls Geld zugesprochen. Die Familie werde die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung neuer Instrumente sowie für den Musikunterricht nutzen.

Diese Beispiele zeigen: Die Stiftung will vor allem den Nachwuchs fördern. «Das ist uns sehr wichtig», sagt Rüegge. Deshalb habe die Stiftung auch die Spesen der Ostschweizer Teilnehmer des Folklorenachwuchswettbewerbs, der im vergangenen Herbst im Kanton Zürich stattgefunden hat, übernommen.

Wenn im abgeschlossenen Jahr deutlich mehr Gesuche gestellt worden sind, ist der Geldtopf der Stiftung dann bald ausgeschöpft? Rüegge verneint. Die Ostschweizer Stiftung für Volksmusik freue sich weiterhin über Gesuche.

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