Ostschweizer Sprachschüler in Nizza: «Alle sind wohlauf»

Rund 50 Ostschweizer befinden sich derzeit mit der St.Galler Thür Lingua AG in Nizza und Umgebung. Chef Niklaus Thür sagt, wie es ihnen geht.

Sebastian Keller
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Niklaus Thür, Chef der Thür Lingua AG in St.Gallen.

Niklaus Thür, Chef der Thür Lingua AG in St.Gallen.

Herr Thür, Sie sind auf der Heimreise von Frankreich in die Schweiz. Wie präsentiert sich die Situation in Frankreich?

Niklaus Thür: Ich war mit einer Sprachreisegruppe in Biarritz an der französischen Atlantikküste. Am Samstagmorgen waren die Pass- und Sicherheitskontrollen im Flughafen minutiös, bewaffnete Polizisten markierten überall Präsenz. Die Stimmung war aber nicht mehr so dumpf wie am Tag nach dem Anschlag.

Waren während des Anschlags auch Sprachschüler, die bei Ihnen gebucht haben, in Nizza?

Thür: Ja, wir haben derzeit rund 50 Jugendliche in Nizza und Umgebung, vor allem in Antibes. Die meisten kommen aus der Ostschweiz. Bereits am Freitagmorgen um elf Uhr hatten wir die glückliche Gewissheit, dass alle wohlauf und körperlich unversehrt sind. Das ging so rasch, weil wir unsere Gruppen immer persönlich begleiten. Noch in der Nacht haben wir im WhatsApp-Chat den Aufruf gemacht, alle sollen sich melden.

Welche Massnahmen haben Sie als Anbieter von Sprachreisen ergreifen müssen?

Thür: Wir haben sofort eine 24-Stunden-Hotline für die Angehörigen eingerichtet. Viele besorgte Eltern riefen uns an. Einige wollten, dass ihre Kinder sofort zurückfliegen. Doch nach klärenden Gesprächen haben wir sie davon überzeugt, dass ihre Töchter und Söhne den Sprachaufenthalt fortsetzen können.

Wie geht es für die Ostschweizer Jugendlichen in Nizza und Umgebung nun weiter?

Thür: Wir hoffen, dass die Jugendlichen möglichst schnell zum Alltag übergehen können.

Trübt der Anschlag nun die Lust auf Sprachreisen nach Frankreich?

Thür: Das ist schwierig zu sagen. Diesen Sommer vielleicht schon. Langfristig glaube ich das aber nicht. Vielen ist klar, dass leider fast überall und jederzeit mit Terrorattacken gerechnet werden muss.