Ostschweizer Sportler leben gefährlich

Bauarbeiter, Forstwarte und – vor allem – Spitzensportler üben die gefährlichsten Berufe in der Ostschweiz aus. Doch auch exotische Berufsgruppen sind in der Suva-Statistik vertreten.

Tim Naef
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Ein Sturz von der Leiter ist nicht nur für Bauarbeiter, sondern auch für Bibliothekare gefährlich. (Bild: fotolia)

Ein Sturz von der Leiter ist nicht nur für Bauarbeiter, sondern auch für Bibliothekare gefährlich. (Bild: fotolia)

Ein Bauarbeiter ist vor einer Woche in Schmerikon drei Meter von einem Dach in die Tiefe gestürzt. Dabei zog sich der Mann schwere Kopfverletzungen zu.

Der Unfall des Bauarbeiters ist leider keine Seltenheit – täglich kommt es in der Ostschweiz zu Berufsunfällen. Ein Blick auf die Zahlen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) zu Berufsunfällen zeigt, dass hinter den erwartbaren «Spitzenplätzen» auch unerwartete Berufsstände vertreten sind.

«Häufig kleine Verletzungen»

So sind nicht Bauarbeiter am meisten gefährdet. Sondern – Achtung: Wer am Arbeitsplatz unverletzt bleiben will, sollte nicht Schiedsrichter werden. Laut Suva sind Sport-Berufe auf dem ersten Platz in der Berufsunfall-Statistik; gemeint Spitzensportler, Bergführer und eben Schiedsrichter. «Meistens passieren die Verletzungen vor dem Spiel. Zum Beispiel wenn sich der Schiedsrichter nicht genügend aufgewärmt hat», sagt Ernst Kocherhans vom Ostschweizer Fussballverband.

Auf dem zweiten Platz folgt der Forstwart. Hans Steiger vom Kantonsforstamt St. Gallen sagt: «Häufig sind es kleinere Verletzungen. Die Bandbreite ist sehr gross. Doch auch schlimme Unfälle können nie ganz ausgeschlossen werden. Vor zwei Jahren wurde ein Mitarbeiter von einem herunterfallenden Ast am Kopf und an der Brust verletzt.»

Auch bei Bauarbeitern seien schlimme Unfälle zum Glück selten, sagt Hans-Peter Schönenberger, Sicherheitsbeauftragter bei der Baufirma Weber. Doch trotz aller Vorsichtsmassnahmen könne es zu Vorfällen wie in Schmerikon kommen. Weiter hinten folgen die Landwirte. «Häufig sind es Schnittwunden und Quetschungen», sagt Daniel Keller vom Verband Thurgauer Landwirtschaft. «Diese passieren meist bei Routinearbeiten. Unfälle mit Tieren sind selten. Die Bauern kennen ihre Tiere.»

Bibliotheken als Gefahrenherd

Im Mittelfeld befinden sich erstaunlicherweise die Bibliothekare. Cornel Dora, Leiter der Stiftsbibliothek St. Gallen, sagt: «Die Zahlen überraschen mich. Ich könnte mir vorstellen, dass es zu Unfällen im Umgang mit Büchern und Büchergestellen kommen kann.»

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