Ostschweizer Spitalplanung auf der Zielgeraden — Fünf Kantone spannen zusammen

St.Gallen, Graubünden, Glarus und beide Appenzell planen künftig ihre Gesundheitsversorgung gemeinsam. So wollen sie die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff bekommen.

Regula Weik
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Im Operationssaal.

Im Operationssaal.

Bild: Reto Martin

Dem Sarganserland kann es derzeit nicht schnell genug. Diesen Eindruck gewinnt, wer das derzeitige Pressing der Region in der Spitaldebatte verfolgt. Die Ankündigung der Regierung, das Spital Walenstadt schliessen zu wollen, hat die Region wachgerüttelt. Seither erschallt an jeder Ecke in der Region der Ruf nach einer gemeinsamen Spitalplanung mit Graubünden und Glarus.

Diese Woche haben die beiden FDP-Kantonsräte Daniel Bühler (Bad Ragaz) und Jens Jäger (Vilters) mit einem Vorstoss im Kantonsparlament nachgehakt. Das, nachdem die St.Galler Regierung vor einem Monat bekannt gegeben hat, eine gemeinsame Spitalplanung mit Graubünden und Glarus anzustreben. Ziel sei, dass künftig alle drei Kantone die gleichen Kriterien für ihre Spitallisten anwenden würden, erklärte damals Gesundheitschefin Heidi Hanselmann.

Nun spannen fünf Kantone zusammen

Vier Wochen zuvor hatte Hanselmann angekündigt, St.Gallen und beide Appenzell wollten künftig medizinische Leistungen koordiniert anbieten. Im ersten Quartal dieses Jahres solle ihre künftige Zusammenarbeit spruchreif werden.

Bühlers und Jägers Vorstoss ist kaum in der Pfalz angekommen, da ist es schon soweit: Nächste Woche wollen die Kantone St.Gallen, Graubünden, Glarus und beide Appenzell über ihre künftige, gemeinsame Gesundheitsversorgung orientieren. So wollen sie die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff bekommen. Die fünf Gesundheitschefs Heidi Hanselmann (St.Gallen), Antonia Fässler (Appenzell Innerrhoden), Yves Noël Balmer (Appenzell Ausserrhoden), Rolf Widmer (Glarus) und Peter Peyer (Graubünden) werden dazu eine Absichtserklärung unterzeichnen.

Projektgruppe für weitere Schritte einsetzen

Zum ersten Mal spannen damit in der Schweiz fünf Kantone zusammen. Basel-Stadt und Baselland kennen heute schon eine überkantonale Spitalplanung. Solche Lösungen könnten in der Schweiz «Modellcharakter» bekommen, sagt die St.Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann. Wie die konkrete Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, ist noch offen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wie die Patientenströme verlaufen, wer tatsächlich welches Spital besucht. Oder auch darum, welches Spital in welcher Spezialität den Lead für die ganze Ostschweiz übernehmen wird. Es ist geplant, eine Projektgruppe einzusetzen.

Überkantonale Spitalplanung und kantonale Spitalstrategie sind zwei paar Schuhe. Und dennoch dürfte sich die Absichtserklärung der fünf Kantone auf die aktuelle Diskussion in St.Gallen auswirken. Die Sarganserländer jedenfalls verbinden damit die klare Hoffnung: Spital Walenstadt erhalten.