Nach Ostschweizer Kritik an den Swiss Skills: Bund tritt bei Geldbeiträgen für Teilnehmer auf die Bremse

Ostschweizer Bundespolitiker wollen verhindern, dass die Schweizer Berufsmeisterschaften zu häufig stattfinden und zur Konkurrenz für die regionalen Berufsmessen werden. Nun zeigt sich: Der Bund hat die Stiftung Swiss Skills bei der finanziellen Unterstützung der Teilnehmer gebremst. 

Adrian Vögele, Bern
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Der politische Streit um die Schweizer Berufsmeisterschaften dauert an.(Bild: KEYSTONE/Anthony Anex).

Der politische Streit um die Schweizer Berufsmeisterschaften dauert an.(Bild: KEYSTONE/Anthony Anex).

Die Swiss Skills werden zu mächtig: Dies befürchten Ostschweizer Politiker und Gewerbevertreter. Sie sehen die regionalen Berufsmessen in Gefahr – weil die Schweizer Berufsmeisterschaften künftig alle zwei statt vier Jahre stattfinden sollen. Nur grosse Berufsverbände hätten die Ressourcen, um zusätzlich zu den regionalen Messen auch noch alle zwei Jahre die Swiss Skills zu bestreiten, sagte etwa die Thurgauer SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr in der Frühjahrssession. Und jetzt würden die Swiss Skills die Teilnehmer auch noch mit Geld anlocken: Neu sei geplant, dass jede Berufsorganisation, die am Anlass mitmache, 40000 Franken erhalte. Dies aber nur dann, wenn sie bereits die Teilnahme an den Austragungen 2020 und 2022 zusage. Die Organisationen würden also mit Geld an den Zweijahresrhythmus gebunden, kritisierte Gutjahr – und forderte mit einer Interpellation Antworten vom Bundesrat.

Jetzt hat die Regierung geantwortet – und legt offen: Der Bund hat den Expansionskurs der Swiss Skills zumindest ein bisschen gebremst. Die Stiftung Swiss Skills beantragte Ende des vergangenen Jahres, dass jene Berufsverbände eine finanzielle Unterstützung erhalten sollen, die sich für die zwei Austragungen 2020 und 2022 verpflichten. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation habe dies aber abgelehnt, schreibt der Bundesrat. Die Beiträge für 2020 sollen unabhängig von späteren Austragungen fliessen. Der Bund wolle erstens alle Berufsorganisationen gleich behandeln. Zweitens handle es sich um projektbezogene Beiträge, die sich nur auf einzelne Austragungen beziehen. Mit anderen Worten: Der Bund zementiert den Zweijahresrhythmus der Swiss Skills nicht mit finanziellen Mitteln.

Spitzentreffen mit Parmelin soll Klärung bringen

Der Bundesrat wiederholt einmal mehr, es sei Sache von Swiss Swiss Skills, den Austragungsrhythmus festzulegen. Dennoch sieht er Klärungsbedarf. Dies geht aus der Antwort auf eine Motion von Verena Herzog (SVP/TG) hervor, die fordert, die Swiss Skills dürften nur alle vier Jahre stattfinden. Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass sich Swiss Skills und regionale Berufsmessen nicht konkurrenzieren sollen. Ende Juni findet ein Spitzentreffen mit Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Vertretern der Berufsbildung statt. Dort seien «Zusammenarbeit und Aufgabenteilung im Bereich Berufsmarketing, Berufsinformation und Berufswahl» traktandiert.

Der Bundesrat erwartet auch, dass die Stiftung Swiss Skills stichhaltige Gründe vorweisen kann, wenn sie den Rhythmus beschleunigt. «Im Rahmen der Austragung 2020 sollen die Vor- und Nachteile sowie das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Hinblick auf den künftigen Durchführungsrhythmus untersucht werden», schreibt die Regierung.

Zehn Millionen Franken für die Swiss Skills 2018

Die Swiss Skills seien nicht das Gleiche wie regionale Berufsmessen, so der Bundesrat: Die Swiss Skills sieht er als «emotionalisierendes Medium» für die Berufslehre im Allgemeinen, während es an den regionalen Berufsmessen um den konkreten Berufswahlprozess gehe. Aus Sicht von Motionärin Verena Herzog trifft dies jedoch nicht zu: So würden beispielsweise Grossunternehmen die Swiss Skills für die Nachwuchswerbung nutzen. Herzog erinnert auch daran, dass der Bund die letzte Austragung der Swiss Skills mit zehn Millionen Franken unterstützt hat. Als gewichtiger Geldgeber stehe er auch in der Verantwortung, wenn es um die Konkurrenz zu den regionalen Berufsmessen gehe. Dennoch: Der Bundesrat lehnt die Motion für die Festlegung des Vierjahresrhythmus ab. Das Parlament hat den Vorstoss noch nicht behandelt.