Ostschweizer Kantone lehnen eine Maskenpflicht ab – die Appenzeller bleiben gelassen

Wie halten es die andern Ostschweizer Kantone mit einer Maskenpflicht in Schulen und Läden? - der Kanton Thurgau dürfte der St.Galler Haltung folgen, die Appenzeller bleiben gelassen.

Alessia Pagani
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In der Ostschweiz gilt bisher einzig eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr.

In der Ostschweiz gilt bisher einzig eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr.

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Ein Obligatorium für das Tragen von Schutzmasken ausserhalb der öffentlichen Verkehrsmittel ist in Appenzell Ausserrhoden derzeit kein Thema. Wie Andreas Disch vom Kommunikationsdienst sagt, gelten für die Schule wie für die Läden die bekannten Schutzkonzepte mit den Distanz- und Hygienevorschriften. Der Grund: ein moderater Anstieg der Fälle. «Bisher scheinen weitere Massnahmen nicht angezeigt.» Momentan gibt es in Ausserrhoden vier infizierte Personen in Isolation. 142 Personen sind in Quarantäne; davon sind 133 Reiserückkehrer.

Noch könne nicht abgeschätzt werden, wie konsequent sich die Rückkehrenden melden, gibt Disch zu bedenken. Für alle gilt allerdings: bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet müssten sie in zehntägige Quarantäne. Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler. Die Erziehungsberechtigten in Ausserrhoden wurden am 10. Juli mittels eines Briefs informiert. «Wir haben die Eltern gebeten darauf zu achten, dass sie mindestens zehn Tage vor Schulbeginn aus einem Risikoland zurückkehren», sagt Disch. Gehen Kinder zur Schule, obwohl die Quarantänezeit noch nicht abgelaufen ist, werden sie nach Hause geschickt und erhalten Fernunterricht.

Letzte Ansteckung in Innerrhoden datiert vom 22.April

Appenzell Innerrhoden hat die Coronapandemie bis anhin glimpflich überstanden. Seit März wurden 25 Personen positiv getestet, die letzte Ansteckung datiert vom 22. April. Gemäss Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler ist auch in Innerrhoden keine Maskenpflicht geplant. Fässler sagt:

«Die epidemiologische Situation im Kanton und der Region macht dies im Moment nicht notwendig.»

Bei einer Verschlechterung der Ansteckungsrate kämen unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips zunächst Massnahmen wie die Aufforderung zur konsequenten Durchsetzung von Abstands- und Hygieneregeln oder die Verkleinerung von Sektoren an Veranstaltungen in Frage. «Wir sind im permanenten Austausch mit den Ostschweizer Kantonen und werden allfällige Massnahmen in Absprache mit ihnen treffen.» Wie Fässler sagt, würde eine Maskenpflicht in Innerrhoden in öffentlichen Gebäuden und in Gastrobetrieben eingeführt, wenn wöchentlich über zehn Personen an Corona erkrankten oder die Kantone in der Region eine solche einführen würden.

Auch im Bereich der Bildung arbeitet Innerrhoden eng mit den Nachbarkantonen zusammen. Für die Innerrhoder Schülerinnen und Schüler startet der Unterricht wieder am 17. August und damit eine Woche später als in den anderen Ostschweizer Kantonen.

Wie Landammann und Erziehungsdirektor Roland Inauen sagt, sind das Volksschulamt und die Schulleitung des Gymnasiums St.Antonius zurzeit daran, die Schutzempfehlungen für die Schulen zu überprüfen und allenfalls anzupassen. Zudem findet an der Erziehungsdirektoren-Konferenz-Ost ein Austausch statt. Das genaue Vorgehen wird Mitte kommender Woche nach der Medienkonferenz des Bundesrates vom 12. August feststehen, so Inauen.

Der Kanton Thurgau orientiert morgen Mittwoch über die Situation rund um den Schulstart.

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