Ostschweizer Kantone führen Risikoorientierten Strafvollzug ein

ST.GALLEN. Die Kantone St. Gallen, Thurgau und beide Appenzell führen neben Zürich, Schaffhausen, Glarus und Graubünden ab 2016 den Risikoorientierten Sanktionenvollzug (ROS) ein. Diese systematisierte Arbeit mit Straffälligen hat eine nachhaltige Resozialisierung und Prävention zum Ziel.

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Der IV-Rentner wehrt sich gegen einen Betrugsvorwurf vor dem St.Galler Kantonsgericht. (Bild: Keystone)

Der IV-Rentner wehrt sich gegen einen Betrugsvorwurf vor dem St.Galler Kantonsgericht. (Bild: Keystone)

Die für den Justizvollzug zuständigen Regierungsmitglieder der Kantone des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats haben die Einführung von ROS einstimmig beschlossen, wie das Konkordat am Montag mitteilte. Zürich, St.Gallen, Thurgau und Luzern hatten das Konzept seit 2011 in einem Modellversuch entwickelt und erprobt.

ROS könne keine hundertprozentige Sicherheit im Justizvollzug bieten, heisst es. Personen mit Hinweisen auf ein erhöhtes Risiko für das Begehen von Sexual− und Gewaltdelikten liessen sich mit ROS aber besser erkennen, um Rückfällen gezielt vorzubeugen, schreibt das Konkordat. Mit dem Konzept werden zuerst diejenigen Fälle identifiziert, bei denen es eine vertiefte Abklärung braucht. Fachspezialisten helfen, die Gefährlichkeit zu beurteilen und den Interventionsbedarf abzuklären. ROS bietet ein gemeinsames Fallkonzept für alle Phasen und Einrichtungen des Vollzugs.

Das Amt für Justizvollzug Zürich stellt für die Konkordatskantone wesentliche Leistungen gegen Entgelt bereit: Dazu gehören die Informatikplattform ROSnet, Risikoabklärungen durch Fachleute und spezifische Schulungen.
Damit der ROS-Prozess flächendeckend zur Anwendung kommt und optimal funktioniert, führen alle Ostschweizer Kantone ROS ab 2016 ein. Vorher müssen noch Konkordats− und kantonale Regelungen angepasst werden. Den definitiven Einführungstermin von ROS will das Konkordat an der Herbstsitzung 2015 festlegen. (sda)