Ostschweizer «Hilfe» für Irans Atomprogramm

Bad Ragaz. Die Firma Inficon mit Sitz in Bad Ragaz und Balzers hat 108 Druckmessgeräte in Iran geliefert, wie die «Sonntags-Zeitung» am Ostersonntag schreibt.

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Bad Ragaz. Die Firma Inficon mit Sitz in Bad Ragaz und Balzers hat 108 Druckmessgeräte in Iran geliefert, wie die «Sonntags-Zeitung» am Ostersonntag schreibt. Seit August 2008 habe der Iran verzweifelt nach diesen Druckmessgeräten gesucht – was die westlichen Nachrichtendienste gewusst hätten. Die Geräte, die Mitte Februar 2009 in Iran eintrafen, sind für die Uran-Anreicherung von zentraler Bedeutung.

Dennoch habe das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Lieferung nicht verhindert, wie die «Sonntags-Zeitung» weiter schreibt.

Seco informiert?

Vor zwei Monaten hatte Inficon-Chef Lukas Winkler gegenüber Journalisten der Nachrichtenagentur AP in Taiwan gesagt, er habe für die Lieferung ein Endverbraucher-Zertifikat gehabt und die Lieferadresse sei eine chinesische Firma in Shanghai gewesen. Wegen der hohen Bestellmenge sei Inficon misstrauisch geworden und habe das Seco informiert.

Dieses habe die Lieferung genehmigt. Laut «Sonntags-Zeitung» streitet Winkler seine Aussagen nun ab. Auch das Seco widerspricht Winklers ursprünglicher Aussage: Die Behörde sei erst informiert worden, als sich die Güter bereits in Iran befanden.

«Enttäuschende Niederlage»

Wie der amerikanische Nuklear-Experte David Albright in dem Blatt zitiert wird, ist dies ein «sehr wichtiger Fall und eine enttäuschende Niederlage im Kampf gegen das iranische Atomwaffenprogramm». (red.)

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