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«Vor lauter Aufregung konnte ich nicht schlafen»: Warum ein neuer Tiefkühler das Leben einer kranken Ostschweizerin erleichtert

Die Ostschweizerin A.T.* hat Arthrose und leidet unter Angstzuständen und den Folgen einer Panikattacke. Das Geld der alleinerziehenden 60-Jährigen ist knapp. Sie hat von «Ostschweizern helfen Ostschweizern» einen Tiefkühler erhalten. In diesem friert sie Aktionen und selbstgemachte Gemüsesuppe ein.

Rossella Blattmann
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A.T. hat von OhO Geld einen Tiefkühler erhalten.

A.T. hat von OhO Geld einen Tiefkühler erhalten.

Bild: Arthur Gamsa

«Kommen Sie herein!», ruft A.T. Die Wangen des Fotografen und der Journalistin sind vor Kälte gerötet. Die 60-Jährige geht in die Küche, kommt mit einer heissen Tasse dampfenden Kaffees zurück in die Stube. A.T. setzt sich und muss immer wieder Husten. Auf dem Tisch steht eine Flasche Desinfektionsmittel, alle Anwesenden tragen eine Maske, denn: A.T. ist Corona-Risikopatientin. «Ich bin Lungenkrank», sagt sie.

Der Husten hörte nicht mehr auf

Als vor drei Jahren der Husten von A.T. mehr aufhören wollte, schickten ihre Ärzte sie in die St. Galler Stephanshorn-Klinik. «Die Diagnose lautete Lungenfibrose», sagt sie. Bei der Krankheit vernarbt die Lunge und ist dadurch verringert dehnbar. Das Lungenvolumen wird kleiner, das Atmen immer schwerer. «Zwei Mal pro Tag muss ich einen Kortison-Spray nehmen.»

An der Badewanne von A.T. ist eine Einstiegshilfe befestigt. Nebst der Lunge funktionieren auch die Gelenke der 60-Jährigen nicht mehr so, wie sie eigentlich sollten. «Ich habe Arthrose», sagt sie. Es begann im Knie. «Doch mittlerweile ist die Arthrose in allen Gelenken.» Aufgrund der degenerativen Gelenkerkrankung hat A.T. starke Schmerzen, muss Schmerztabletten schlucken. Sie habe Angst, dass sie wegen der Arthrose nicht mehr lange ihrer Tätigkeit als Hausabwartin nachgehen könne. Der Verdienst: 500 Franken. Doch A.T. , die auch mit dem Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung kämpft, sagt verzweifelt: «Ich bin auf das Geld angewiesen.» Die Angstzustände und Panikattacken, mit denen sie kämpft, machen es ihr noch schwerer, Vollzeit zu arbeiten.

Pizza bestellen liegt nicht drin

Die Alleinerziehende und ihre Teenager-Tochter leben in einem Zweipersonenhaushalt. Das Budget ist knapp. A.T. lebt von ihrem kargen Hausabwartinnen-Lohn und der Sozialhilfe, die Tochter ist arbeitslos. Das eingespannte Mutter-Tochter-Duo muss mit mageren 3250 Franken pro Monat über die Runden kommen. «Meine Tochter fragt immer wieder: Mami, wann bestellen wir einmal ein Pizza? Gehen wir einmal einen Coupe essen?», sagt A.T. Der 60-Jährigen schiessen die Tränen in die Augen. «Jedes Mal Nein sagen zu müssen, das tut mir im Herzen weh.»

Letztes Jahr stand die Weihnachts-Spendenaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern» A.T. zur Seite. Dank OhO habe sie sich im Media-Markt im Westcenter in St.Gallen einen Tiefkühler aussuchen dürfen, sagt sie ganz aufgeregt. Als das Gerät geliefert wurde, habe sie die Wohnung besonders gründlich geputzt. «Vor lauter Aufregung konnte ich nicht schlafen.»

Erbsli, Fleisch oder grüne Bohnen: Wegen des knappen Haushaltbudgets greift A.T. bei Aktionen, die oftmals nur in grossen Mengen erhältlich sind, zu, und friert diese ein. Einmal in der Woche mache sie einen Grosseinkauf. Oder sie koche einen grossen Topf Suppe. «Am liebsten habe ich Gemüsesuppe. So wie sie meine Mutter damals gekocht hat.»

Einmal dein Weihnachtsmarkt in Einsiedeln besuchen

A.T. mit hat einen grossen Wunsch. Mit ihrer Tochter einmal den Weihnachtsmarkt in Einsiedeln zu besuchen. Die Pandemie hat A.T. dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Ich bete, dass ich nächstes Jahr den Weihnachtsmarkt in Einsiedeln besuchen kann. Hoffentlich lässt meine Gesundheit dies zu.»

So können Sie spenden: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, «Ostschweizer helfen Ostschweizern» zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

*Name von der Redaktion geändert.