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«Ostschweizer helfen Ostschweizern»: Ein kleines Stück Selbständigkeit trotz Parkinson

Vor 18 Jahren wurde bei Ruth Köppel Parkinson diagnostiziert. Für die Anschaffung eines Elektrorollstuhls erhielt die St.Gallerin Unterstützung durch die Aktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern». Sie gäbe das Gefährt nicht mehr her.
Daniel Walt
Gerne mit ihrem Elektrorollstuhl unterwegs: Ruth Köppel. (Bild: Urs Bucher)

Gerne mit ihrem Elektrorollstuhl unterwegs: Ruth Köppel. (Bild: Urs Bucher)

Der Nackenschlag kommt in der Mittagspause. «Sie haben Parkinson», sagt der Arzt zu Ruth Köppel. Die damals 53-Jährige nimmt die Diagnose traurig auf. Und geht am Nachmittag wieder ihrer Arbeit bei einer Bank nach.

Heute, 18 Jahre später, sagt Ruth Köppel:

«Ich hatte bis zu jenem Moment nie auch nur einen Gedanken an eine schwere Krankheit verschwendet.»

Ihre Frauenärztin hatte die damaligen Abklärungen in die Wege geleitet. Bei einer Routinekontrolle war ihr der etwas seltsame Gang ihrer Patientin aufgefallen. Sie überwies die gebürtige Widnauerin an einen Spezialisten. Und der stellte dann kurze Zeit später die niederschmetternde Diagnose Parkinson.

Ab 2010 ging es abwärts

Ruth Köppel erzählte zu Beginn nur den Eltern, ihren beiden Kindern, den Geschwistern und einer Freundin von ihrer schweren Erkrankung. Weitere Personen weihte sie nicht ein. «Ich wollte zunächst selber damit fertigwerden», hält sie fest.

In den ersten Jahren nach der Diagnose blieben die Auswirkungen der Parkinson-Erkrankung dank der Wirkung von Medikamenten noch einigermassen im Rahmen. Die gelernte PTT-Beamtin konnte ihre Arbeit in der Buchhaltung der Bank vorderhand weiterführen, wenn auch nur noch in Teilzeit. Und sie blieb trotz Parkinson mehr oder minder selbständig.

Schon bald ging es dann aber rapide abwärts mit ihrer Gesundheit – so sehr, dass die Frühpensionierung unumgänglich wurde. Zudem musste sie sich einer schweren Rückenoperation unterziehen und sich 2013 einen Hirnstimulator einsetzen lassen – «eine Art Herzschrittmacher, einfach für das Gehirn», erklärt sie.

Ebenfalls im Jahr 2013 folgte dann der Eintritt ins Bürgerspital St.Gallen. Ruth Köppel hält fest:

«Ich wollte nicht mehr, dass meine Schwestern oder die Nachbarn ständig auf mich schauen mussten. Ich konnte teils nicht einmal mehr selbst kochen.»

Die Enten im Stadtpark beobachten

Trotz ihrer schweren Erkrankung: Den Lebensmut hat Ruth Köppel nie verloren. «Mein Glaube gibt mir Kraft», hält die 71-Jährige fest. Von ihrem geliebten Hobby, dem Wandern, musste sie schon vor vielen Jahren Abschied nehmen.

Umso tröstlicher ist es für die Seniorin, dass ihr ein Elektrorollstuhl seit einem Jahr wieder eine gewisse Mobilität ermöglicht. Die Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern» leistete einen Beitrag von 5000 Franken an die Anschaffung des 16'000 Franken teuren Gefährts. «Dafür bin ich sehr dankbar», sagt Ruth Köppel, deren Ersparnisse durch die Folgen ihrer schweren Erkrankung und den Eintritt ins Bürgerspital wie Schnee in der Sonne geschmolzen sind.

Ruth Köppel sagt:

«Dank des Elektrorollstuhls komme ich auch mal aus dem Bürgerspital raus – ich kann in den Grossacker oder in Richtung Innenstadt.»

Dieses Hilfsmittel habe ihre Lebensqualität wesentlich verbessert. Für die Spendenaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern» hat sie dementsprechend nur Lob übrig: Es sei alles sehr speditiv und unbürokratisch abgelaufen. Sie hofft, dass durch die Spenden auch künftig vielen Menschen geholfen werden kann.

Ruth Köppel selbst schaut trotz ihrer schweren Krankheit mit viel Gottvertrauen in die Zukunft. Und freut sich auf die eine oder andere Spazierfahrt in ihrem Elektrorollstuhl. «Und wenn es nur bis zum Stadtpark ist, wo ich jeweils die Enten beobachte.»

Parkinson

Die Parkinson-Erkrankung verdankt ihren Namen dem englischen Arzt James Parkinson. Er beschrieb 1817 eine langsam fortschreitende Schüttellähmung. Der Auslöser von Parkinson liegt in einem zunehmenden Verlust von Nervenzellen im Hirn. Die wichtigsten Symptome sind Muskelzittern, Störungen beim Laufen und verlangsamte Bewegungen – sogar Bewegungslosigkeit kann eine Folge sein. (dwa)

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