Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ostschweizer Fahrlehrer rast mit 130 km/h durch die 60er-Zone – jetzt droht ihm ein Berufsverbot

Ein Ostschweizer Fahrlehrer hat auf Instagram ein Video gepostet, wie er mit seinem Tesla Model 3 mit massiv überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve fährt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen ermittelt wegen des mutmasslichen Raserdelikts. Dem Mann drohen nun vier Jahre Haft sowie ein Berufsverbot.
Rossella Blattmann
Der mutmassliche Raser war in einer Kurve mit über 130 km/h statt der erlaubten 60 km/h unterwegs. Dabei liess der Fahrlehrer sich filmen und postete das Video auf Instagram. Als der «Blick» den Mann kontaktiert, zeigt dieser sich selber bei der Stadtpolizei St.Gallen an . (Bild: Screenshot «Blick»)

Der mutmassliche Raser war in einer Kurve mit über 130 km/h statt der erlaubten 60 km/h unterwegs. Dabei liess der Fahrlehrer sich filmen und postete das Video auf Instagram. Als der «Blick» den Mann kontaktiert, zeigt dieser sich selber bei der Stadtpolizei St.Gallen an . (Bild: Screenshot «Blick»)

Eigentlich sollte er seinen Schülerinnen und Schülern ein Vorbild sein. Doch dem ist nicht so. Ein Ostschweizer Fahrlehrer, der «Blick» nennt ihn Darko V., war gemäss dem Bericht vor drei Wochen mit 130 km/h auf einer 60er-Strecke unterwegs. Er liess sich dabei filmen, und postete das Video danach auf Instagram. Als der «Blick» den Mann kontaktierte, habe er sich nicht geäussert. Doch am Dienstagabend habe er sich selber bei der Stadtpolizei St.Gallen angezeigt, sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, am Donnerstag auf Anfrage.

Die Aufnahmen seien bei der Autobahneinfahrt A53 in Reichenburg (SZ) in Richtung Tuggen entstanden, heisst es weiter. Darko V. sitzt gemäss Zeitungsbericht am Steuer seines Fahrlehrer-Autos, einem Tesla Model 3 mit 480 PS. Auf dem Video ist zu sehen, wie er in einer Rechtskurve aufs Gaspedal drückt und das Auto darauf kurz ins Schleudern kommt. Der Fahrlehrer lenkt rechtzeitig gegen. Doch er drückt weiter aufs Gas.

Beschuldigter arbeitet in St.Gallen

Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen. (Bild: pd)

Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen. (Bild: pd)

Wie eine Recherche des «Tagblatt» zeigt, arbeitet Darko V. als Fahrlehrer in der Stadt St.Gallen.

Beatrice Giger, Mediensprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft, sagt gegenüber dem «Tagblatt»:

«Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann eine Untersuchung wegen Verdachts des Rasens eröffnet.»

Der Beschuldigte wurde gemäss Giger einvernommen. Das Instagram-Video sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Ob der beschuldigte Fahrlehrer ein St.Galler ist und in St.Gallen arbeitet, bestätigt Giger nicht. Die Staatsanwaltschaft mache aus Persönlichkeitsschutz-Gründen keine Aussage bezüglich Wohn- und Arbeitsort des Beschuldigten, sagt sie.

Es droht der Jobverlust

Sollte der Tatbestand des Rasens erfüllt sein, droht dem Beschuldigten laut Giger eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe. Die Obergrenze des Strafrahmens für Rasen liege bei vier Jahren Freiheitsstrafe. Kann der Beschuldigte weiterhin Fahrstunden geben, sprich, droht ihm auch ein Berufsverbot? Giger sagt:

«Damit gegen jemanden ein Berufsverbot verhängt werden kann, muss die Person in Ausübung einer beruflichen oder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit ein Verbrechen oder Vergehen begangen haben.»

Diese Tat müsse zu einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von über sechs Monaten führen. Zudem müsse die Gefahr bestehen, dass die beschuldigte Person ihre Tätigkeit zur Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen missbrauchen werde. «Ob diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, wird im Rahmen der Strafuntersuchung geprüft», sagt die Sprecherin der St.Galler Staatsanwaltschaft.

Tafeln machen Sinn

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: pd)

Auch Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, hat Kenntnis vom Fall. Der mutmassliche Raser müsse nebst den strafrechtlichen Konsequenzen auch mit einem Fahrausweis-Entzug seitens des Strassenverkehrsamtes rechnen.

Tafeln mit Tempolimiten seien immer dort aufgestellt, wo es auch Sinn mache. Zum Fahrlehrer, der mit 130 km/h in einer Kurve durch die 60er-Zone raste, sagt er: «Es gab einen Grund, warum auf der Strecke deutlich 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit signalisiert war.»

Ab wann gilt jemand vor dem Gesetz als Raser?

Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen, verweist auf Artikel 90, Absätze 3 und 4, im Strassenverkehrs-Gesetz (SVG). Diese lauten wie folgt:

«Mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren wird bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen.»

«Absatz 3 ist in jedem Fall erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird um mindestens 40 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 30 km/h beträgt, mindestens 50 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 50 km/h beträgt, mindestens 60 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt, und mindestens 80 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit mehr als 80 km/h beträgt.» (bro)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.