Ostschweizer Expo stösst im Parlament vorerst auf Skepsis

HORN/BERN. St. Gallen, Thurgau und Ausserrhoden wollen 2027 zwischen Bodensee und Säntis eine Landesausstellung ausrichten, die Expo Bodensee-Ostschweiz. Ein Masterplan, der gestern vorgestellt wurde, ist beim Bundesrat.

Denise Lachat/David Scarano
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HORN/BERN. St. Gallen, Thurgau und Ausserrhoden wollen 2027 zwischen Bodensee und Säntis eine Landesausstellung ausrichten, die Expo Bodensee-Ostschweiz. Ein Masterplan, der gestern vorgestellt wurde, ist beim Bundesrat. Bereits im November haben die Ostschweizer einen Termin in Bundesbern. Die Kantone erwarten bis spätestens im Frühling 2014 eine Rückmeldung des Bundesrates.

«Das Geld nicht wert»

Ob eine Landesausstellung in der Ostschweiz ausgetragen wird, entscheiden am Ende aber die eidgenössischen Räte. Unter Parlamentariern sind die Meinungen geteilt, wie eine Umfrage zeigt. Für Christian Wasserfallen (FDP/BE), Präsident der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK), ist eine neue Expo nur dann denkbar, wenn sie die breite Bevölkerung anspricht. «Wir brauchen eher ein Bierzelt als hohe Kunst wie bei der Expo.02». Doch es sei zu befürchten, dass dies unter einer erneuten künstlerischen Leitung von Martin Heller nicht der Fall sein werde. Auch WBK-Mitglied Kathy Riklin (CVP/ZH) ist skeptisch. Nach den Erfahrungen mit der Expo.02 und ihren Finanzproblemen hätten Grossveranstaltungen im Parlament einen schweren Stand. Das Projekt für Olympische Spiele in Graubünden sei schon auf Kantonsebene gescheitert. Riklin sagt: «Grossprojekte liegen nicht im Trend.»
Auch der Basler Historiker Georg Kreis, Autor mehrerer Artikel zum Thema Landesausstellung, winkt ab. Die Expo.02 sei bloss ein Geschäft für die PR-Agenturen gewesen, die Schweizer habe sie nicht näher zusammengebracht. Der Ostschweiz sollte darum ein Bonus gezahlt werden, wenn sie auf das Projekt verzichte, meint Kreis. Uneingeschränkt positiv reagiert hingegen der Fraktionschef der SP, Andy Tschümperlin (SZ). Er sei heute noch begeistert von der Expo.02. Solche Anlässe seien für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schweizer wichtig und nötiger denn je.

«Wer, wenn nicht die Schweiz?»

Dass eine Expo 2027 erneut 1,5 Milliarden Franken kosten könnte, schreckt Tschümperlin nicht ab. «Welches Land kann sich das leisten, wenn nicht die Schweiz?» Positiv steht dem Projekt auch die Grüne Yvonne Gilli gegenüber. «Die Frage ist für mich nicht, ob eine Expo gemacht wird, sondern wie.» Nachhaltigkeit sei wichtig, aber auch kreative Freiheit.

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