Ostschweizer Augenarzt muss 520'000 Franken zurückzahlen

Ein Augenarzt aus der Ostschweiz muss wegen Überarztung von den 2006 erbrachten Leistungen eine halbe Million Franken an total 47 Krankenkassen zurückzahlen. Diese hatten geklagt, weil der Arzt weit mehr verrechnet hatte als vergleichbare andere Ärzte.

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Der Ostschweizer Augenarzt verrechnete seinen Patienten zu hohe Kosten und muss sie jetzt den Krankenkassen zurückerstatten. (Bild: Keystone)

Der Ostschweizer Augenarzt verrechnete seinen Patienten zu hohe Kosten und muss sie jetzt den Krankenkassen zurückerstatten. (Bild: Keystone)

Das Bundesgericht hat damit den Entscheid des Schiedsgerichts bestätigt, gegen welches der Augenarzt Beschwerde eingereicht hatte. Für das Jahr 2006 hatte der Augenarzt, der auch eine Klinik in der Ostschweiz betreibt, rund 2,8 Millionen Franken für die Behandlungen in seiner Praxis verrechnet.

Im Vergleich zu anderen Augenärzten aus der Ostschweiz kommt der Beschwerdeführer auf einen sogenannten Gesamtkostenindex von 171. Der statistische Mittelwert beträgt 100, wobei eine Abweichung von 30 Punkten toleriert wird. Weil der betroffene Arzt zudem einen höheren Altersdurchschnitt bei seinen Patienten nachweisen konnte, wurde sein Index auf 161 gesenkt, womit er immer noch weit über dem zulässigen Wert liegt.

Zu den hohen Kosten ist es unter anderem gekommen, weil der Beschwerdeführer für die Anwendung eines Infrarotlasers überdurchschnittlich hohe Kosten abgerechnet hatte.

Nebst der 520'000 Franken, die der Arzt zurückerstatten muss, hat er die Gerichtskosten von 10'000 Franken zu tragen. Zudem muss er die Krankenkassen für das bundesgerichtliche Verfahren mit 20'000 Franken entschädigen. (Urteil 9C–535/2014 vom 15.01.2015) (sda)

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