Steinbock vor dem Hungertod bewahrt

Freiwillige Helfer haben in der Nähe der Zwinglihütte einen abgestürzten Steinbock aus einem tiefen Loch befreit. Zum Einsatz kamen Narkosegewehr und Seile.

Thomas Schwizer
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Der Steinbock in seinem felsigen Gefängnis. (Bilder: Thomas Schwizer)

Der Steinbock in seinem felsigen Gefängnis. (Bilder: Thomas Schwizer)

Ein Berggänger meldet am vergangenen Sonntag in der Zwinglihütte, dass gleich neben dem Wanderweg von dort zum Altmann ein Steinbock in ein tiefes Loch gefallen sei. Dies nach einem spielerischen Kräftemessen zwischen mehreren Tieren.

Tags darauf stellte der Bergwanderer fest, dass das Tier wegen der steilen Wände noch immer im Loch gefangen war und sich offensichtlich nicht selber befreien konnte. Eugen Kressibucher, Hüttenchef der Zwinglihütte, alarmierte daraufhin Wildhüter Peter Eggenberger aus Grabs. Schliesslich fanden sich zur Rettung des Tiers fünf Männer zusammen.

Max Stacher, Wildhüter im Untertoggenburg und Spezialist im Narkotisieren, verpasste dem Steinbock mittels gezieltem Schuss eine Beruhigungsspritze. Das mächtige, 80 bis 90 Kilo schwere Tier blieb aber so unruhig, dass es zu gefährlich war, zu ihm hinunterzusteigen. Immerhin war es möglich, ihm Seilschlingen um die Hörner zu legen – und dann waren die kräftigen Arme der Retter gefragt.

Der bei Sturz und Rettungsaktion unverletzt gebliebene Steinbock ist laut Peter Eggenberger etwa acht Jahre alt. Statt elend zu verhungern, habe er jetzt noch einige «schöne Jahre» vor sich. Steinwild wird zwar gejagt – geschossen werden aber ausschliesslich Jungtiere bis drei Jahre oder dann ältere Tiere ab elf Jahren.

Das narkotisierte Tier in den Armen seiner Befreier.

Das narkotisierte Tier in den Armen seiner Befreier.

Die Helfer entlassen den Steinbock wieder in die Freiheit.

Die Helfer entlassen den Steinbock wieder in die Freiheit.

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