Walter-Zoo schläfert Tigerin Nikkie ein

GOSSAU. Tigerin Nikkie ist tot. Nachdem klar geworden war, dass sie nach einer missglückten Operation ihr Augenlicht nicht wieder erlangen würde, haben die Verantwortlichen des Walter-Zoos das Tier eingeschläfert. Ein artgerechtes Leben wäre in diesem Zustand nicht mehr möglich gewesen, heisst es von offizieller Seite.

Janique Weder
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Tigerkatze Nikkie musste nach einer missglückten Operation eingeschläfert werden. (Bild: Ralph Ribi)

Tigerkatze Nikkie musste nach einer missglückten Operation eingeschläfert werden. (Bild: Ralph Ribi)

Was lange befürchtet wurde, ist nun Gewissheit: Tigerin Nikkie aus dem Walter-Zoo in Gossau musste am Dienstag eingeschläfert werden. Die Raubkatze wurde nur fünf Jahre alt. "Eigentlich das beste Alter für eine Tigerin", sagt Zootierärztin Karin Federer auf Anfrage von Tagblatt Online. Denn Zooraubkatzen können bis zu 20 Jahre alt werden. Doch Nikkie war ein solch langes Leben nicht vergönnt. Seit dem Herzstillstand, der während einer Zahnoperation vor rund sieben Wochen eingetreten war, war sie auf beiden Augen blind.

Zunächst glaubte man eine Genesung, hegte Hoffnung. "Berichte über ähnliche Komplikationen bei Hauskatzen liessen mich hoffen", sagt Tierärztin Federer. In der Literatur habe es Hinweise auf Raubkatzen gegeben, die nach einigen Tagen oder Wochen ihr Augenlicht wieder erlangt hätten. Nicht so Nikkie. Sie habe sich zwar von der Operation erholt und in der Innenanlage des Tigergeheges einigermassen zurechtgefunden, nach draussen habe sie sich aber nicht mehr getraut. "Ein Zusammenführen mit ihrem zukünftigen Partner Victor war undenkbar", heisst es in der Mitteilung des Walter-Zoos vom Donnerstag.

Um Nikkie weiteren Stress vor ihrem Tod zu ersparen, hat man sie direkt in ihrem Gehege im Walter-Zoo eingeschläfert. Nachdem sie zunächst von Tabletten schläfrig gemacht worden war, spritzten die Tierärzte ihr das einschläfernde Mittel. Danach wurde Nikkie für die Sektion nach Zürich in die Tierpathologie gebracht.

Experten herangezogen
Experten des Tierspitals Zürich und aus ganz Europa hätten sich in den vergangenen Wochen für die Tigerkatze eingesetzt. Gemeinsam sei man aber laut Mitteilung zum Schluss gekommen, dass "der Zustand von Nikkie in Anbetracht der auch nach sieben Wochen ausbleibenden Genesung längerfristig nicht vertretbar" sei.

Auslöser von Nikkies Leiden war ein abgebrochener und eiternder Eckzahn. Das Tier nahm tagelang keine Nahrung mehr zu sich, weshalb man sich für eine Operation entschied. Bei der dreistündigen Aktion mit vier Tierärzten vor Ort Anfang September kam es dann zu Komplikationen. Während der Narkose erlitt Nikkie einen Herzstillstand und wurde mit einem Defibrillator wiederbelebt.

Victor braucht neue Partnerin
Nun stellt sich die Frage, was mit Tiger Victor passiert. Das Tier traf in diesem Frühling aus Schottland im Walter-Zoo ein und war als Partner für Nikkie vorgesehen. Nun gelte es, über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm eine neue Partnerin für Victor zu finden, schreibt der Zoo.