St. Galler Kopftuch-Referendum steht – und wirft neue Fragen auf

Die St. Galler Gemeinde Au-Heerbrugg hat die moslemischen Mädchen Nafiso und Naimo Farax zuerst vom Unterricht verwiesen und dann das Kopftuchverbot gekippt. Nun geht der Streit um die Kopfbedeckung weiter.

Felix Burch
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Naimo (links) und Nafiso Farax in der Nachrichtensendung «10vor10». (Bild: srf.ch)

Naimo (links) und Nafiso Farax in der Nachrichtensendung «10vor10». (Bild: srf.ch)

AU-HEERBRUGG. Kurz nachdem Au-Heerbrugg SG beschlossen hat, das Kopftuchverbot an der Schule zu kippen, ist wieder völlig unklar, wie es in der Frage der Kopfbedeckung in der Rheintaler Gemeinde weitergeht. Die lokale SVP-Sektion hat erfolgreich Unterschriften gegen den Beschluss gesammelt: «Wir haben bereits mehr als die notwendigen 400 Unterschriften zusammen», sagt Parteipräsident Hansruedi Köppel auf Anfrage der Ostschweiz am Sonntag. «Das Referendum kommt zustande.»

Vorsichtiger äussert sich diesbezüglich allerdings der Schulpräsident Walter Portmann: «Zuerst müssen wir einiges abklären.» Er werde den Fall dem Rechtsdienst des Bildungsdepartements des Kantons St. Gallen zur Beurteilung vorlegen. Dies, weil das Bundesgericht kürzlich ein Kopftuchverbot an der Schule in der Gemeinde Bürglen TG für unzulässig erklärt hatte. Es fehle eine ausreichende gesetzliche Grundlage, um ein solches Verbot in eine Gemeindeordnung aufzunehmen. Das Rheintaler Kopftuchverbot hatte im Juli national Aufsehen erregt, weil die Gemeindeschule die beiden somalischen Mädchen Nafiso (11) und Naimo Farax (12) zeitweise vom Unterricht ausgeschlossen hatte.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 28. Juli.