Connyland plant Zukunft ohne Delphine

Thurgauer Freizeitpark will 10 000 Quadratmeter Land kaufen, um Parkplätze zu bauen. Der jetzige Parkplatz soll eventuell für neue Attraktionen genutzt werden. Zonen- und Gestaltungspläne liegen öffentlich auf.

Ida Sandl
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LIPPERSWIL. Gestern haben National- und Ständeräte das Importverbot für Delphine zementiert. Mit 25 gegen 15 Stimmen (bei einer Enthaltung) hat die kleine Kammer das revidierte Tierschutzgesetz angenommen. Im Nationalrat waren die Fronten bei der Schlussabstimmung noch klarer. 166 Parlamentarier stimmten für die Revision des Tierschutzgesetzes, 16 waren dagegen, 6 enthielten sich.

Damit schwand auch das letzte Fünkchen Hoffnung für den Freizeitpark Connyland. Er muss sich auf eine Zukunft ohne Delphine einstellen.

Neue Attraktionen prüfen

Der Zufall will es, dass seit gestern eine Zonenplanänderung und eine Gestaltungsplanänderung bei der Gemeinde Wäldi öffentlich aufliegen. Dabei geht es um eine Hektare Landwirtschaftsland, die in eine Spezialzone umgewandelt werden soll. Gemäss Baureglement der Gemeinde ist die Spezialzone Bauten und Anlagen vorbehalten, die mit dem Schaustellergewerbe und mit Freizeitanlagen zu tun haben. «Wir wollen auf dem Land Parkplätze bauen», sagt Erich Brandenberger, Geschäftsführer des Connyland. Die Parzelle gehört den Freizeitpark-Betreibern bisher noch nicht. Man werde sie erst kaufen, wenn die Zonenänderung erfolgt sei, sagt Brandenberger.

Parallel dazu prüft das Connyland, ob auf dem jetzigen Parkplatzgelände zusätzliche Attraktionen entstehen sollen. Denn mehr Parkplätze braucht der Freizeitpark eigentlich nicht. Aber: «Wir bereiten uns auf die Zeit ohne Delphine vor.» Konkret sei noch nichts. Man sei erst dabei, Informationen zu sammeln. Obwohl es für die jetzige Entwicklung wie gerufen kommt, sei der Landkauf nicht die Reaktion auf das Delphinverbot. «Wir haben das schon vor einem Jahr eingefädelt», erklärt Brandenberger. Also bereits vor dem Tod der beiden Delphine Shadow und Chelmers und den darauffolgenden Diskussionen.

Aufmunternde Mails

Seit klar ist, dass das Connyland seine Delphinhaltung aufgeben muss, erreicht den Freizeitpark eine Welle der Solidarität. Mehrere hundert Mails, dazu unzählige Telefonanrufe seien eingetroffen. «Wir sind total überwältigt», sagt Brandenberger. Sogar aus der Westschweiz und aus Deutschland kämen Sympathiebekundungen, gemischt mit Bedauern darüber, dass es nur noch diese Saison Delphine in Lipperswil geben werde. Auch Spenden seien dem Connyland schon angeboten worden. «Einige haben sogar gefragt, ob sie für uns sammeln sollen.» Soweit ist es aber noch nicht. Brandenberger sagt: «Das Connyland wird auch ohne Delphine überleben.»

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