FRAUENFELD: Alkohol, Beleidigungen und nackte Hintern

Bei der Stadtkaserne in Frauenfeld ist es in der Nacht auf gestern zu Streitereien gekommen. Anwohner beschwerten sich über laute Musik, halbnackte Militärangehörige sowie sexistische Äusserungen.

Samuel Koch
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Ruhestörungen und sexistische Beschimpfungen aus der Stadtkaserne Frauenfeld enervierten Anwohner auf der anderen Strassenseite. (Bild: Donato Caspari)

Ruhestörungen und sexistische Beschimpfungen aus der Stadtkaserne Frauenfeld enervierten Anwohner auf der anderen Strassenseite. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Und das alles wegen eines offenen Fensters: Bei der Stadtkaserne in Frauenfeld haben Angehörige der Armee in der Nacht auf Donnerstag für Unmut gesorgt. Ein Anwohner an der Kasernenstrasse vis-à-vis der Stadtkaserne bemerkte gegen 22 Uhr Schreie, Gegröle und laute Musik – «was uns erst nicht weiter störte», wie er schreibt. Als der Lärm jedoch nach 24 Uhr nicht verstummte, griff er zum Telefon und verständigte die Polizei. «Kurz nach Mitternacht meldete ein Anwohner der Stadtkaserne bei der Kantonspolizei Thurgau eine Ruhestörung», sagt Mediensprecher Daniel Metzler.

«Kein Verantwortlicher vor Ort»

Zuerst versuchte sich der Anwohner aber selber zu helfen. Er enervierte sich, dass «alkoholisierte Militärangehörige mit offenem Fenster feierten, halbnackt herumrannten und offenbar mit homosexuellen Spielen beschäftigt» gewesen seien. Er und seine Partnerin hätten sich bei den Unruhestiftern zu Wort gemeldet und sie gebeten, den Lärmpegel zu senken. «Was folgte, waren äusserst wüste Beschimpfungen, meiner Partnerin wurden die Penisse und Hintern entgegengestreckt», schreibt der Anwohner. Er habe vergeblich versucht, telefonisch einen verantwortlichen Kommandanten vor Ort zu erreichen, weshalb er die Militärpolizei und anschliessend eben auch die Kantonspolizei Thurgau verständigte. Diese sandte daraufhin eine ihrer Patrouillen in die Kasernenstrasse. «Zusammen mit dem zuständigen Militär-Kommandanten wurde für Ruhe gesorgt», sagt Mediensprecher Daniel Metzler. Auch bei einer späteren Kontrollfahrt sei alles ruhig gewesen.

Bei der Schweizer Armee bestätigt man die Vorfälle, will sie aber nicht ausführlich kommentieren. Entsprechende Ermittlungen seien im Gang, heisst es beim Waffenplatz-Kommando auf Anfrage.

An der Fassade der Stadtkaserne würden viele Fenster in Richtung Kasernenstrasse zeigen, was die Suche nach den Verantwortlichen erschwere. Eine Anwohnerin habe den Militärverantwortlichen mit einem zugeschickten Foto zudem ein Beweismittel geliefert. Sollten die Unruhestifter erwischt werden, drohen ihnen Konsequenzen der Militärjustiz.

«Kaum zu glauben»

Der belästigte Anwohner kann indes «kaum glauben», dass die Militärangehörigen ohne Aufsicht tun und lassen konnten, was sie wollten. Was ihn aber vor allem störte, waren die «massiv frauenfeindlichen Beschimpfungen». Zudem schreibt der Anwohner mit einer Portion Ironie: «Schön, wie unsere Gelder zum Fenster rausgeworfen werden und offenbar kein Respekt mehr erwartet werden darf.»