AFG-Entscheid hat Folgen für die Arena

ST.GALLEN. Die AFG Arbonia-Forster verkauft ihren Teilbereich Piatti. Deshalb wird die gleichnamige Haupttribüne im St.Galler Stadion aller Voraussicht nach umgetauft. Ob die AFG ihren Namensrechte-Vertrag über das Jahr 2018 hinaus verlängern wird, ist offen.

Daniel Walt
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Fussball vor vollen Rängen: Die Haupttribüne der St.Galler AFG Arena wird künftig nicht mehr Piatti-Tribüne heissen. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

Fussball vor vollen Rängen: Die Haupttribüne der St.Galler AFG Arena wird künftig nicht mehr Piatti-Tribüne heissen. (Bild: Archiv/Urs Jaudas)

Wer auf der Haupttribüne der St.Galler AFG Arena Platz nimmt, wird künftig wohl nicht mehr in einem Bereich sitzen, der den Namen Piatti trägt. Stefan Kern, Leiter Unternehmenskommunikation der AFG Arbonia-Forster, bestätigt auf Anfrage, dass die Piatti-Tribüne umgetauft werden dürfte. "Unser Unternehmen hat natürlich kein Interesse daran, dass im Stadion eine Gesellschaft beworben wird, die uns nicht mehr gehört", hält er fest. Der Konzern mit Sitz in Arbon hat am Freitagmorgen mitgeteilt, dass er seinen Teilbereich Piatti verkauft. Der AFG gehören auch die Namensrechte des St.Galler Fussballstadions.

Kontakt mit FC St.Gallen suchen
Der Vertrag mit den St.Galler Stadionbetreibern beinhaltet laut Stefan Kern das Recht zu bestimmen, welche Firmengesellschaften in der AFG Arena präsent sind – sei es in Form von Tribünennamen oder auf der Bandenwerbung. "Wir werden nach dem Verkauf von Piatti den Kontakt zu den Verantwortlichen des FC St.Gallen suchen, um uns diesbezüglich abzusprechen", sagt Kern. Wann die Haupttribüne umgetauft wird und welche andere Gesellschaft der AFG als künftige Namensgeberin in Frage kommt, ist offen – "es ist zu früh, darauf eine Antwort zu geben." Keine Umtaufaktion ist bei der Forster-Tribüne nötig – dort also, wo der Espenblock die Grünweissen anfeuert: Die AFG trennt sich zwar auch von ihrem Teilbereich Forster-Küchen – "das Logo in der AFG Arena ist aber jenes von Forster-Stahlprofile. Und diese gehören weiterhin zu unserem Kerngeschäft", hält der Mediensprecher des Unternehmens fest.

"Stadion mit nationaler Ausstrahlung"
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 heisst das St.Galler Fussballstadion AFG Arena. Der frühere Firmenpatron Edgar Oehler hatte sich die Namensrechte auf zehn Jahre hinaus gesichert. Rund eine Million Franken pro Jahr dürfte sich das Unternehmen dieses Engagement kosten lassen, wobei der Betrag nie offiziell bestätigt wurde. St.Gallens Verwaltungsratspräsident Dölf Früh betont, der Namensrechteträger sei neben dem Hauptsponsor der wichtigste Partner für Club beziehungsweise Stadion. Auf kursierende Spekulationen, das Arboner Unternehmen könnte den 2018 auslaufenden Vertrag nicht verlängern, antwortet AFG-Sprecher Stefan Kern: "Es ist noch viel zu früh, eine Aussage darüber zu machen, ob wir unser Engagement weiterführen oder nicht." Klar sei es so, dass der Erwerb des Namensrechts ein Projekt des früheren AFG-Patrons Edgar Oehler gewesen sei – er habe sich stark für das Stadion und den Standort Ostschweiz engagiert. "Wir sind aber nach wie vor ein Ostschweizer Unternehmen mit Standort Arbon und bleiben das auch", betont Stefan Kern. Das spreche dafür, am Namensrecht für das Stadion festzuhalten – "genauso wie die Tatsache, dass die AFG Arena mittlerweile eine nationale Ausstrahlung hat."

Für Dölf Früh seinerseits ist klar: Die Firma AFG ist für den FC St.Gallen erste Wahl, wenn es um die Namensrechte für das Stadion ab 2018 geht. "Mit einem gutem Partner will man immer verlängern", hält er fest. Es sei allerdings noch zu früh, diese Frage zu diskutieren – "in vier Jahren kann sich in Unternehmen vieles ändern."