Heiraten im eigenen Büro

ST.GALLEN. Standesbeamtin und Sängerin Sandra Wild und Trommler Christian Gschwend sprechen über ihre erste Begegnung, aufdringliche Groupies und die speziellen Umstände während ihrer Trauung.

Martina Luterbacher
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Ein seltener Moment: Christian Gschwend und Sandra Wild gönnen sich eine Auszeit auf dem Sofa. (Bild: Urs Bucher)

Ein seltener Moment: Christian Gschwend und Sandra Wild gönnen sich eine Auszeit auf dem Sofa. (Bild: Urs Bucher)

Noch ist keine Anspannung zu spüren. Christian Gschwend giesst einen Tee auf und lässt sich auf das Sofa sinken. Im Hintergrund spielt ruhige Musik. Auch die ehemalige «Music-Star»-Kandidatin Sandra Wild wirkt locker. «Die Nervosität kommt erst noch.» Spätestens am Freitag – dann heiratet das Paar im Schloss Arbon.

Heiratsantrag im siebten Jahr

Das Fest im Schloss ist klassisch gehalten, eine Woche später steigt eine Party mit Band und DJ. Zuvor erinnern sich die beiden an ihre gemeinsame Geschichte. «Das erste Mal begegneten wir uns beim Nachwuchs-Prix-Walo, an dem Sandra sang und ich mit den BubbleBeatz auftrat», sagt Christian Gschwend. Das war vor zwölf Jahren – lange bevor er sich mit BubbleBeatz ins Finale der deutschen TV-Show «Das Supertalent» trommelte und auch vor Sandra Wilds Zeit bei «Music Star».

Vier Jahre später trafen sie sich an einem Konzert im Kugl wieder. «Meine damalige Band war auf der Suche nach einem Schlagzeuger. Wir sahen Christian auf der Bühne und fragten ihn kurzerhand an», sagt Sandra Wild. Zeit, um in der Band mitzuspielen, hatte er zwar nicht – aber die beiden kamen miteinander ins Gespräch. Etliche Mails und Dates später waren sie ein Paar, der Heiratsantrag folgte im vergangenen Sommer. «In den letzten Jahren gab es einige turbulente Zeiten», erinnert sich der 31-Jährige. Hauptsächlich während der Castingshows, als beide von Medien und Groupies belagert wurden. Eifersucht war aber nie ein Thema, das gegenseitige Verständnis stets da.

Eine Standesbeamtin heiratet

Neben der Musik arbeitet die 28jährige Sandra Wild auf dem Standesamt in Amriswil. «Wir haben für unsere Hochzeit bewusst den Monat März ausgewählt – ein Monat, in dem ich nicht in der gleichen Woche noch 50 andere Trauungen durchführe», sagt sie.

Das Schloss in Arbon ist ihr zweites Büro, die eigene Trauung übernehmen zwei Arbeitskolleginnen. Ein komisches Gefühl? «Nein, eigentlich nicht. Ich stehe ja nur einmal auf der anderen Seite», sagt sie lachend.