Eigenes Restaurant angezündet

Nun steht fest, warum das Ausflugsrestaurant Rossbüchel auf dem Fünfländerblick bis zur Hälfte niederbrannte: Der Pächter und Betreiber hatte selber Feuer gelegt. Nun wurde er verurteilt. Ihm werden weitere Delikte zur Last gelegt.

Janina Gehrig
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Das Restaurant Rossbüchel kurz nach dem Brand im Jahr 2009. (Archivbild: Reto Martin)

Das Restaurant Rossbüchel kurz nach dem Brand im Jahr 2009. (Archivbild: Reto Martin)

ST. GALLEN. Lichterloh hatte das Ausflugsrestaurant Rossbüchel auf dem Fünfländerblick am 5. November 2009 gebrannt. «Weshalb sollte ich mein Restaurant anzünden?», fragte der Pächter und Betreiber des Lokals damals gegenüber dieser Zeitung. Denn das Gerücht, er habe das Feuer selber gelegt, war schnell in Umlauf. Nun hat es sich bestätigt: Der 48-Jährige wurde vom Kreisgericht St. Gallen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Benzin ausgeschüttet

Dem ehemaligen Pächter wird vorgeworfen, das Feuer selber gelegt zu haben, um Geld von der Versicherung zu erhalten. Unter anderem für wertvolle Seidenteppiche, Kleider oder Uhren. Gemäss Anklageschrift soll der Wirt zwischen Cheminée und Kamin des Restaurants Benzin ausgeschüttet und angezündet haben. Noch im November 2010 hatte er ausgesagt, seine Versicherung decke ihn mit Klagen ein, und gab sich erstaunt darüber, warum die Polizei nicht «vorwärtsmacht».

Liste von Vorwürfen

Für schuldig befunden wurde der Wirt aber nicht nur der Brandstiftung. Zur Last gelegt werden ihm auch versuchter Betrug, Pfändungsbetrug, versuchter Steuerbetrug, Urkundenfälschung sowie die ordnungswidrige Führung der Geschäftsbücher. Neben der Freiheitsstrafe muss er eine Busse von 1000 Franken bezahlen und die Verfahrenskosten von 56 395 Franken übernehmen.

Anfang 2009 übernommen

Der Wirt hatte den «Rossbüchel» Anfang 2009 übernommen, acht Monate vor dem Brand. Zuvor war er im Verkauf tätig gewesen, hatte Edelsteine, Schmuck und Teppiche vertrieben.

Das Feuer war in der Nacht auf den 5. November in den unteren Etagen des Restaurants im st. gallischen Grub ausgebrochen. Der Pächter hatte damals angegeben, dass er gegen drei Uhr vom Brandgeruch geweckt worden sei. Über hundert Feuerwehrleute standen bis weit in den Tag hinein im Einsatz. Das Gebäude brannte fast zur Hälfte nieder. Verletzt wurde niemand. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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