Rattenbisse und blockierte Notausgänge

Am Sonisphere hatten die Sanitäter Verletzungen zu behandeln, die sie sonst eher selten antreffen dürften: «Häufig kam es zu Ratten- und Mäusebissen, was eine Folge des aufgeweichten Bodens war», schrieb die Gemeinde Jonschwil gestern in einer Medienmitteilung.

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Am Sonisphere hatten die Sanitäter Verletzungen zu behandeln, die sie sonst eher selten antreffen dürften: «Häufig kam es zu Ratten- und Mäusebissen, was eine Folge des aufgeweichten Bodens war», schrieb die Gemeinde Jonschwil gestern in einer Medienmitteilung.

Auf der Facebook-Gruppe des Festivals hagelte es unterdessen Kritik – und die drehte sich um teils gefährliche Unterlassungen.

So seien im Laufe der Nacht Hinweistafeln an den Notausgängen entfernt worden – weil Besucher, die teils «vor Erschöpfung auf den Knien kauerten», dort das Gelände verlassen wollten. Eskalationen hätten nur dank massiver Sicherheitsaufgebote verhindert werden können, schildert Stephan Weber, langjähriger Lichttechniker und Open-Air-Gänger, die Zustände gegenüber unserer Zeitung. Auch schrieb er von einer «Massenschlägerei», bei der lange nicht eingeschritten worden sei.

Der Veranstalter schweigt

Weiter wurde kritisiert, dass auf dem Gelände für die 47 000 Besucher nur mehrere hundert Sitzgelegenheiten zur Verfügung standen – bei einem Festival, das an die 20 Stunden Programm bot.

Die Organisation war Sache der eigens dafür gegründeten Firma Outfield Productions. Linus Thalmann, Gastro-Unternehmer, SVP-Kantonsrat und früherer Organisator der Tufertschwiler und Jonschwiler Open Airs, ist zu einem Drittel beteiligt.

Der Hauptaktionär und somit der Veranstalter des Sonisphere ist die Zürcher Konzertagentur Free & Virgin. Diese war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bodenplatten «zu teuer»

Vor Ort am Festival sagte Ana Garcia, Pressebeauftragte von Free & Virgin, jedoch auf Anfrage, dass man aus Kostengründen darauf verzichtet habe, Kunststoffplatten grossflächig zu verlegen – was die Schlammschlacht verringert hätte.

Berichte von Besuchern, wonach es wegen technischer Probleme bereits am Donnerstagabend Unterbrüche bei den Konzerten gegeben habe, dementierte Garcia. (upz/mhu)

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