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OSTSCHWEIZ: Trotz begrenzter Elternbeiträge: Noch ist das Skilager nicht tot

Nach dem Bundesgerichtsurteil zur Begrenzung der Elternbeiträge sehen viele die Skilager in Gefahr. Die Situation im Kanton St.Gallen zeigt ein anderes Bild: Skilager sind auch mit kleinen Beiträgen möglich.
Joel Mähne
Im Skilager geht es nicht nur ums Skifahren – mindestens genauso wichtig ist die gemeinsame Zeit ausserhalb des Elternhauses. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Im Skilager geht es nicht nur ums Skifahren – mindestens genauso wichtig ist die gemeinsame Zeit ausserhalb des Elternhauses. (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Joel Mähne

joel.maehne@tagblatt.ch

16 Franken pro Tag – mehr darf für ein obligatorisches Skilager von den Eltern nicht verlangt werden. Das hat das Bundesgericht Ende 2017 entschieden. Ein Urteil, das die Diskussion rund um die Schulwoche im Schnee neu aufleben liess. Viele vermuteten bereits den ­Todesstoss für das Skilager. Monika Knill, Erziehungsdirektorin des Kantons Thurgau, bezeichnete das Urteil als ­«Lagerkiller».

Im Kanton St.Gallen löste das Urteil keine grossen Wellen aus. Im Kanton gilt seit über 15 Jahren eine Weisung des ­Erziehungsrates, dass Elternbeiträge für besondere Unterrichtsveranstaltungen 15 Franken nicht übersteigen dürfen. Dennoch führt ein grosser Teil der Oberstufen noch ein Skilager durch. Überraschend dabei: In den meisten Schulgemeinden ist die Teilnahme an diesen Lagern obligatorisch. Nur ein kleiner Teil der Gemeinden bietet eine polysportive Alternativwoche an. Auffallend auch: Wer die Berge vor der Haustüre hat, wie die Schulen im Toggenburg, am Flumserberg oder in Amden, organisiert Skitage im heimischen Skigebiet. In Städten gibt es hingegen viel öfter ein Alternativprogramm als in eher ländlichen Regionen. Dabei halten sich die meisten Gemeinden an den gesetzlichen Maximalbetrag für ­obligatorische Veranstaltungen. Allerdings gibt es auch Schulen, welche die Vorgaben klar übersteigen und ohne ­Alternativangebot Elternbeiträge bis zu 150 Franken verlangen.

Aber auch bei einem Beitrag von 150 Franken muss ein Skilager zu einem grossen Teil über das Schulbudget finanziert werden. Eine Lösung, die zwar im Kanton St.Gallen weitgehend akzeptiert ist, aber in anderen Regionen Schwierigkeiten haben könnte, meint Ole Rauch, Geschäftsführer der Schneesportinitiative. Die öffentlich-private Partnerschaft will Schulen dabei unterstützen, günstig und einfach Wintersportlager zu organisieren. «Grundsätzlich sollen Schulen für ihre obligatorischen Leistungen ­bezahlen. Dazu gehören für uns auch ­Exkursionen und Lager.» Die Realität sei aber auch, dass die Budgets immer kleiner werden. Kurzfristig Gelder für Lager aufzutreiben, sei schwierig. Gerade auch aus dem Kanton St.Gallen meldeten sich Schulen, die aufgrund der strengen Vorgaben Probleme haben, Lager zu finanzieren.

Bei der Schneesportinitiative sei man nach dem Urteil konsterniert gewesen: «Unsere vom Parlament gestützten Massnahmen sind durch das Urteil ­gefährdet», sagt Rauch. Durch das Wegfallen eines grossen Teils der Elternbeiträge entstünden Mehrkosten, welche kurzfristig nicht einfach gedeckt werden könnten. «Wir befürchten, dass in einer Übergangszeit, bis langfristige Finanzierungen gefunden werden können, die Skilager langsam verloren gehen.» Als Zwischenlösung könnten die Ski­lager wohl nur auf freiwilliger Basis angeboten und auf die Bereitschaft der Eltern, die Skilager zu unterstützen, gehofft werden.

Anreize schaffen für Leistungsträger

Neben der langfristigen Einplanung in den Budgets der Schulen kann sich die Schneesportinitiative auch ein Anreizsystem für Leistungsträger vorstellen. Bereits heute seien viele Anbieter wie Bergbahnen, Sportgeschäfte und Unterkünfte bereit, Schulen Spezialangebote zu machen. Auch weil man sich bewusst sei, wie essenziell wichtig eine Wintersportwoche für die Nachwuchsförderung ist. «Über 50 Prozent des Umsatzes im Wintertourismus der Schweiz wird von Inländern gemacht. Den Nachwuchs an den Wintersport heranzuführen, ist also eine Investition in die Zukunft», sagt Rauch.

Die Schulleiter der Oberstufen im Kanton St.Gallen sind zuversichtlich – meist blieben nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler zu Hause, und die ­Eltern seien grundsätzlich bereit, auch höhere Beiträge zu übernehmen. Häufig wird betont, wie wichtig die Zeit ausserhalb der Einflusssphäre der Eltern gerade heute sei. Viele Schulleiter haben ­sogar das Gefühl, der Negativtrend der vergangenen Jahre sei gestoppt.

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