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OSTSCHWEIZ: St.Gallens erster Staatsanwalt Thomas Hansjakob ist verstorben

"In grosser Trauer nimmt der Kanton St.Gallen Abschied von Thomas Hansjakob, dem langjährigen Ersten Staatsanwalt", schreibt die St.Galler Staatskanzlei in einer Medienmitteilung. Er ist im Alter von 61 Jahren am Vormittag des 4. Januar unerwartet verstorben. Hansjakob hinterlässt seine Ehefrau und vier erwachsene Kinder.
Tim Naef
Thomas Hansjakob ist im Alter von 62 Jahren am Vormittag des 4. Januar unerwartet verstorben. (Bild: Benjamin Manser)

Thomas Hansjakob ist im Alter von 62 Jahren am Vormittag des 4. Januar unerwartet verstorben. (Bild: Benjamin Manser)

Thomas Hansjakob war seit 1988 in der Strafverfolgung im Kanton St.Gallen tätig. Zunächst als Kantonaler Untersuchungsrichter, seit 2004 als Leitender Staatsanwalt des Untersuchungsamtes. "In dieser Position sorgte er für eine ebenso konsequente wie rechtsstaatlich korrekte Führung der Strafuntersuchungen", schreibt die Staatskanzlei St.Gallen in einer Medienmitteilung. Im Juli 2007 wählte ihn die Regierung zum Ersten Staatsanwalt und übertrug ihm damit die Gesamtverantwortung für die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen.

"Thomas Hansjakobs Verdienste reichen weit über den Kanton St.Gallen hinaus. Immer wieder führte er auch für andere Kantone oder für die Bundesanwaltschaft komplexe Verfahren", heisst es in der Mitteilung weiter. Neben seiner strafprozessualen Arbeit erfüllte er auch Lehraufträge an den Universitäten St.Gallen und Luzern. Zudem habe er sich in der Anwaltsausbildung engagiert und "zeichnete sich durch eine Fülle an wissenschaftlichen Publikationen aus". Besondere Verdienste habe er sich als Mitherausgeber des umfangreichen Kommentars zur Schweizerischen Strafprozessordnung erworben. So sei es kein Zufall gewesen, dass die Universität St.Gallen Thomas Hansjakob im Jahr 2017 mit einem juristischen Ehrendoktorat würdigte, so die Staatskanzlei.

"Trauer um einen lieben Kollegen und Freund"

Thomas Hansjakob sei aber nicht nur ein ausgewiesener Strafrechtsexperte, so die Staatskanzlei. "Die Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft verlieren einen geschätzten und beliebten Vorgesetzten. Regierungspräsident Fredy Fässler als Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes und das Kader des Departementes trauern um einen lieben Kollegen und Freund, der an gemeinsamen Konferenzen und Anlässen mit seiner Geselligkeit und seinem breitgefächerten Wissensfundus stets ein interessanter Gesprächspartner war."

Die Medienmitteilung der Staatskanzlei schliesst mit einer Kondulation: "Die Staatsanwaltschaft und das Sicherheits- und Justizdepartement wünschen der Familie des Verstorbenen in dieser Zeit viel Kraft und Zuversicht."

Erfinder des Schnellverfahrens

Thomas Hanjakob war weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. Er gilt als Erfinder des Schnellverfahrens. Dies bedeutet die Überführung, Verhaftung mit anschliessendem Verhör und Strafbefehl möglichst innert 24 Stunden. Entwickelt hatte er die Idee, als man 2003 den Drogenhändlern um den Bahnhof St.Gallen mit konventionellen Methoden nicht mehr Herr wurde. Auf Druck der Polizei wurde diese Strategie auch bei randalierenden Fussballfans angewandt.

<em>Lesen Sie hier ein Portrait über Thomas Hansjakob vom 6. Januar 2017 von Marcel Elsener und Roman Hertler.</em>

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