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OSTSCHWEIZ: Sie wollen Schweizer werden? Stellen Sie Ihr Einbürgerungsgesuch in Ausserrhoden

Im Rheintal geboren, gebildet und ohne Vorstrafen; dennoch ist der Montlinger Einbürgerungsrat gegen eine Einbürgerung. Der Fall Mergim Ahmeti erhitzt die Gemüter. Doch was braucht es, um das Schweizer Bürgerrecht zu erhalten? Wir zeigen Ihnen die Unterschiede der Ostschweizer Kantone und Gemeinden auf.
Tim Naef
Wer sich im Kanton Thurgau einbürgern lassen will, muss bessere Deutschkenntnisse vorweisen als in der übrigen Schweiz. (Bild: Keystone)

Wer sich im Kanton Thurgau einbürgern lassen will, muss bessere Deutschkenntnisse vorweisen als in der übrigen Schweiz. (Bild: Keystone)

Wer das Schweizer Bürgerrecht erwerben will, muss erst einmal die Kriterien des Bundes erfüllen. So erteilt der Bund die Einbürgerungsbewilligung nur, wenn die Bewerberin oder der Bewerber...

  • ...bei der Gesuchstellung eine Niederlassungsbewilligung besitzt;
  • ...bei der Gesuchstellung einen Aufenthalt von insgesamt zehn Jahren in der Schweiz nachweist, wovon drei in den letzten fünf Jahren vor Einreichung des Gesuchs sein müssen. (Hier werden die Jahre zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr doppelt gerechnet. Der tatsächliche Aufenthalt hat jedoch mindestens sechs Jahre zu betragen.)


Weiter gibt es, der Bund nennt es, "materielle Voraussetzungen":

Die Erteilung der Einbürgerungsbewilligung des Bundes erfordert, dass die Bewerberin oder der Bewerber...

  • ...erfolgreich integriert ist;
  • ...mit den schweizerischen Lebensverhältnissen vertraut ist; und
  • ...keine Gefährdung der inneren oder Äusseren Sicherheit der Schweiz darstellt.


Zudem hat der Bund Integrationskriterien festgelegt: Eine erfolgreiche Integration zeige sich insbesondere...

  • ...im Beachten der öffentlichen Sicherheit und Ordnung;
  • ...in der Respektierung der Werte der Bundesverfassung;
  • ...in der Fähigkeit, sich im Alltag in Wort und Schrift in einer Landessprache zu verständigen;
  • ...in der Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung; und
  • ...in der Förderung und Unterstützung der Integration der Ehefrau oder des Ehemannes, der eingetragenen Partnerin oder des eingetragenen Partners oder der minderjährigen Kinder, über welche die elterliche Sorge ausgeübt wird.

Ob und wie schnell jemand Schweizer werden kann, hängt aber nicht nur vom Bund sondern massgeblich davon ab, in welchem Kanton er wohnt. So heisst es im Bundesgesetz: "Die Kantone können weitere Integrationskriterien vorsehen."

Kantonale Unterschiede in der Ostschweiz

Zwei der wichtigsten Kriterien sind kantonal die Wartezeit und das Sprachniveau. In der Ostschweiz sind dies folgende:

  • Kanton St.Gallen: "Im Weiteren (nebst den Kriterien des Bundes) muss die bewerbende Person die letzten fünf Jahre ununterbrochen im Kanton St.Gallen und in der politischen Gemeinde gewohnt haben. Eine Doppelzählung der im Kanton St.Gallen erforderlichen Jahre für die Erfüllung der notwendigen Wohnsitzdauer im Kanton St.Gallen und in der Gemeinde sieht das kantonale Recht nicht vor; die Bewerberin oder der Bewerber muss über gute Deutschkenntnisse, das heisst mindestens über das Referenzniveau B1 (mündlich und schriftlich) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen des Europarates zur Verständigung mit den Behörden und der einheimischen Bevölkerung verfügen.

  • Kanton Thurgau: "Ausländerinnen und Ausländer [...] können um Aufnahme in das Thurgauer Gemeindebürgerrecht ersuchen, wenn sie bei Einreichung des Gesuches ihren Wohnsitz seit mindestens drei Jahren ohne Unterbruch in der Politischen Gemeinde haben und während insgesamt mindestens fünf Jahren im Kanton Thurgau wohnhaft sind." Wer sich im Kanton Thurgau einbürgern lassen will, muss bessere Deutschkenntnisse vorweisen als in der übrigen Schweiz: B2 mündlich und B1 schriftlich.

  • Im Kanton Appenzell Ausserrhoden muss der Gesuchssteller lediglich "drei Jahre ununterbrochener Wohnsitz in derselben Gemeinde" vorweisen. Gleichzeitig muss der Sprachnachweis B1 erbracht werden.
  • Appenzell Innerrhoden: "Fünf Jahre Wohnsitz im Kanton Appenzell I.Rh., davon mindestens zwei Jahre unmittelbar und ununterbrochen vor der Einbürgerung." Zudem muss der Sprachnachweis B1 erbracht werden.

Ob jemand wirklich integriert ist, wird schliesslich auf Gemeindeebene entschieden. Doch auch hier zeigen sich kantonale Unterschiede:

  • Im Kanton St.Gallen entscheidet der Einbürgerungsrat der jeweiligen Gemeinde über das Gesuch. Dieser kann sich jedoch unterschiedlich je nach Gemeinde zusammensetzten.
  • Im Kanton Thurgau gibt es vier verschiedene Organe, welche entscheiden. Je nach Gemeinde hat das letzt Wort die Gemeindeversammlung, die Einbürgerungskommission, der Gemeinderat oder das Stadtparlament.
  • Im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat in sämtlichen Gemeinden der Gemeinderat die Entscheidungshoheit.
  • Im Kanton Appenzell Innerrhoden entscheidet der Grosse Rat über die jeweiligen Einbürgerungsgesuche.

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