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Ostschweiz rückt näher an Zürich

Der Fahrplan 2019 bringt im Kanton Thurgau die grössten Änderungen seit 1982. Bahnreisende profitieren von schnelleren Verbindungen und schlankeren Anschlüssen. Die Strecke Zürich–St.Gallen wird mit stündlich vier Zügen bedient.
Thomas Wunderlin
Die neuen Fernverkehr-Doppelstockzüge, hier am Walensee, sollen künftig auch im Rheintal fahren. (Bild: Dario Häusermann/SBB)

Die neuen Fernverkehr-Doppelstockzüge, hier am Walensee, sollen künftig auch im Rheintal fahren. (Bild: Dario Häusermann/SBB)

Am meisten profitieren die Thurgauer Bahnkunden vom Fahrplanwechsel am 9. Dezember. Noch sind zwar letzte Bauarbeiten im Gange, doch auf gewissen Streckenabschnitten zwischen Winterthur und Weinfelden rasen die Schnellzüge mit 150 statt wie bisher mit 125 Kilometern pro Stunde. Im Fernverkehr sinkt die Fahrzeit zwischen Winterthur und Weinfelden von 24 auf 20 Minuten, den Halt in Frauenfeld eingerechnet. Dadurch entstehen in Weinfelden, Kreuzlingen und Romanshorn neue ­Anschlüsse zwischen Fern- und Regionalverkehr.

Die Planung für den Fahrplan 2019 hatte 2002 begonnen. In der Ostschweiz und der Region Zürich investierten die SBB dafür rund eine Milliarde Franken. Bauarbeiten sind auch zwischen Weinfelden und Berg noch im Gang. Ausbauten gab es zudem an einer Reihe von Bahnhöfen, vor allem in Weinfelden, dessen Knotenfunktion verstärkt wird. Der neue Fahrplan bringt grosse Verbesserungen für die Bahnreisenden, erklärten die Verantwortlichen von SBB und Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) am Mittwoch an einer Medienorientierung in Winterthur.

Seelinien-Takt wird um 15 Minuten gedreht

Die verkürzte Fahrzeit durchs Thurtal ­ermöglicht schlankere Anschlüsse. Neu sind Umsteigezeiten ab 3 bis 4 Minuten möglich, sagte Pascal Rechsteiner, Leiter des SBB-Kapazitätsmanagements ­Region Ost. Bisher seien es 6 bis 13 Minuten. Auf der Seelinie muss Thurbo deswegen den Takt-Fahrplan um eine Viertelstunde drehen; betroffen sind die S 8 St.Gallen–Schaffhausen und der ­Regio-Express St.Gallen–Konstanz.

Einkaufstouristen aus der Innerschweiz und Thurgauer Besucher des Verkehrsmuseums profitieren gleichermassen von der neuen Direktverbindung Luzern–Konstanz. Die Verbindung gibt es laut Rechsteiner bisher schon – allerdings mit Umsteigen in Zürich.

Pendler aus der Ostschweiz sind ­zudem vom grössten Angebotsausbau in der Geschichte des ZVV betroffen, ­wobei sie in der Regel davon profitieren. Kernstück ist die neue S 11. Diese bisher nur in den Stosszeiten betriebene S-Bahn-Linie pendelt ab Dezember ganztags alle halbe Stunde von Aarau via ­Zürich und Zürich-Stadelhofen nach Winterthur. Zusammen mit der S 12 ergibt sich dadurch ein Viertelstundentakt zwischen Zürich und Winterthur – zusätzlich zum SBB-Fernverkehr. Die S 11 soll die seit 28 Jahren bestehende S 12 entlasten. Laut Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung des Zürcher Verkehrsverbunds, ist die S 12 mit 30'000 Passagieren pro Tag die best genutzte S-Bahn-Strecke der Schweiz. Sie fährt ab Dezember im halbstündigen Wechsel nach Wil und Schaffhausen statt wie bisher nach Seuzach und Winterthur-Seen.

Die meisten Thurgauer fahren mit dem Fernverkehr nach Zürich

Der Kanton Thurgau hatte sich vergeblich um eine Verlängerung der S 12 nach Weinfelden bemüht. Laut Brühwiler hat die S-Bahn auf der Strecke Winterthur–Weinfelden zu wenig Passagiere: «Der grosse Harst der Thurgauer geht mit dem Fernverkehr nach Zürich.» Viel höher sei die Nachfrage auf den Strecken Winterthur–Schaffhausen und Winterthur–Wil.

Keinen Ersatz für die S 12 stellt die S 24 dar, die neu jede Stunde von Zürich via Flughafen nach Weinfelden verkehrt. Denn sie ersetzt die S 8, die in Zukunft in Winterthur endet. Pendler aus dem Thurgau nach Wallisellen haben das Nachsehen.

Auch mit dem neuen Fahrplan bieten die SBB ihren Passagieren keinen WLAN-Zugang an, wie die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr, Sektion Ostschweiz, in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung beklagt. Weniger als die Hälfte der Passagiere hätten unbegrenzten Internetzugang und seien daher auf WLAN angewiesen.

Hinweis

Stellungnahmen zum Fahrplan 2019 nehmen die SBB ab 28. Mai bis 17. Juni via www.fahrplanentwurf.ch entgegen.

SBB entdecken das Rheintal neu


Mit dem Fahrplanwechsel rückt auch der Kanton St.Gallen näher an Zürich: Während der Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend verkehren zwischen ­Zürich und St.Gallen von Montag bis Freitag neu vier Fernverkehrszüge pro Stunde und Richtung – bisher waren es drei. Die Passagiere erhalten damit jede halbe Stunde eine schnelle Direktverbindung von Zürich über Winterthur ohne Halt bis St.Gallen.
Einer der stündlichen Züge wird dann weiter bis nach Chur verkehren, dabei sollen laut den Bundesbahnen auch die neusten, 2010 bestellten Fernverkehrdoppelstockzüge zum Einsatz kommen. Weil die Züge laufend ausgeliefert werden, sind laut den SBB auch weiterhin die Regio-Doppelstockzüge im Einsatz.
Wil, der zweitgrösste ÖV-Knoten im Kanton St.Gallen, erhält mit dem Fahrplanwechsel im Dezember zwar einen sauberen Halbstundentakt nach Winterthur, Zürich Flughafen, Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof sowie mit der S12 eine stündliche S-Bahn-Verbindung nach Zürich Stadelhofen, es kommt aber wegen Trassierungskonflikten zu Anschlussproblemen.
Um das zu entschärfen, verkehren die Wiler Stadtbuslinien 701 und 704 an den Wochentagen durchgehend viertelstündlich. In St.Gallen entfallen trotz der vier Zugverbindungen pro Stunde Anschlüsse auf den Viertelstundentakt im Regionalverkehr.
Der Kanton St.Gallen kämpft für den Vollknoten St.Gallen und den Halt der schnellen Züge für den Ausbauschritt 2035. Im Fernverkehr wird auf der Strecke Zürich–München der deutsche Abschnitt zwischen Lindau und Geltendorf ausgebaut und elektrifiziert.
Wegen dieser Ausbauarbeiten fahren statt wie bisher vier neu noch drei Eurocity-Zugpaare pro Tag. Sie fahren via Kempten (Allgäu), die Fahrzeit ver­längert sich daher um rund 20 Minuten. Die SBB bauen als Ersatz die Intercity-Busse aus.
Nach Abschluss dieser Arbeiten Ende 2020 verkehren zwischen Zürich und München täglich sechs Züge hin und zurück. Die Reisezeit wird sich von heute viereinhalb auf dreieinhalb Stunden verkürzen. (cz)

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