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OSTSCHWEIZ: Reaktionen zum Lädelisterben: "Alle Läden in den Innenstädten werden verschwinden"

In der Ostschweiz grassiert das Lädelisterben: Immer mehr Räumlichkeiten stehen leer. Leserinnen und Leser bedauern die Entwicklung – und streiten über die Gründe und Lösungsansätze.
Daniel Walt
Leere Ladenflächen zuhauf: Oft finden sich nach der Schliessung von Geschäften keine Nachfolgelösungen. (Bild: Ralph Ribi)

Leere Ladenflächen zuhauf: Oft finden sich nach der Schliessung von Geschäften keine Nachfolgelösungen. (Bild: Ralph Ribi)

"Schade um die ehemals lebendige Lädelistadt!" Das schreibt Marc Brönnimann zu einem Artikel aus der "Ostschweiz am Sonntag". Darin wird die Tatsache thematisiert, dass sich die leerstehenden Verkaufsflächen in der Ostschweiz innert dreier Jahre verdoppelt haben. Betroffen sind kleinere Gemeinden, aber auch grosse Städte wie St.Gallen.

Früher sei die Stadt jeweils pumpenvoll gewesen, wenn gleichzeitig Zahltag und Abendverkauf gewesen seien, stellt Leser Marc Brönnimann diesbezüglich fest. Und fragt sich, ob es zum Dauerzustand werde, dass am Donnerstagabend nur noch ein paar Verirrte durch St.Gallen streiften.


"Man kann sich selbst den Kaffee nicht mehr leisten"

Insbesondere der Einkaufstourismus und das Online-Shopping setzen immer mehr Läden zu. Leser orten auch Shopping-Center am Rande der Städte als Totengräber für den Detailhandel. Nils Jansen beispielsweise schreibt: "Wenn völlig unreguliert immer mehr Verkaufsflächen in der nur mit dem Automobil erreichbaren Peripherie entstehen, darf man sich nicht wundern, wenn kleine, aufwendig zu betreibende, inhabergeführte Läden es schwer haben." Auch Tankstellenshops werden als Schwächung für traditionelle Ladengeschäfte wahrgenommen: Sie und zu lange Öffnungszeiten hätten dazu geführt, dass man im Tankstellenshop statt im Dorf einkaufe, schreibt Michael Philipp Hofer.

Alfred Huber bedauert es ebenfalls, dass die Städte an Attraktivität verlieren. Er stellt seinerseits die Preise in den Mittelpunkt seiner Argumentation: Zu hohe Mieten, Parkgebühren oder Vorschriften sorgten für hohe Verkaufspreise. "Selbst den Kaffee und weiteres kann sich der Normalbürger mit Familie gar nicht mehr leisten. Geschweige Lebensmittel, Kosmetika und Arzneien. Da macht man halt lieber einen Ausflug ins benachbarte Ausland und kauft auch gleich dort ein", schreibt er.


Wenig Lust zum Lädele

Welche Rezepte gibt es gegen das Lädelisterben? Die Kommentatoren sind sich nicht einig. Anita Mannhart wünscht sich Planer, welche St.Gallen wieder zu einer anmächeligen Lädelistadt machen. Schlecht gelaufen sei es beispielsweise beim renovierten Neumarkt: Wer bei Regen vom Neumarkt 1 in die anderen Gebäude gelangen wolle, müsse dies durch die Migros oder die Parkgarage tun. Und die Verkaufsflächen seien verzettelt, kritisiert sie. Ähnliche Unzulänglichkeiten ortet sie bei der Shopping Arena beziehungsweise dem Westcenter: Mannhart bemängelt dort lange Wege, und die beiden Parkgaragen seien nicht verbunden. "Wir sollten uns nicht wundern, wenn die Leute ins Ausland reisen, um einzukaufen", schreibt sie. Einkaufstourismus gebe es nicht, weil es im Ausland billiger sei, sondern weil dort aufgrund besserer Gestaltung mehr Lust zum Lädele aufkomme.

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt Patricia van Dam: "Ich verstehe das Gejammere nicht", schreibt sie mit Verweis darauf, dass Gewerbetreibende ihre Produkte sowohl in ihren Läden als auch online anbieten könnten. Einen einfachen Online-Shop könne man mittlerweile selbst erstellen. "Man darf einfach nicht zu faul sein, die Produkte auch zu fotografieren und zu verpacken beziehungsweise zu versenden."


"… der glaubt an den Storch"

In der Diskussion rund um das Lädelisterben lautet einer der Vorschläge auf der Facebook-Seite von "Tagblatt Online", neu gründeten Läden tiefere Steuern und Mieten zu gewähren. Marco Rütsche allerdings winkt ab – er glaubt nicht, dass dem Lädelisterben damit Einhalt geboten werden kann: "Sie können die Mieten halbieren oder gar vierteln, es dauert dann nur etwas länger, denn es stimmt die Grundstruktur nicht mehr", schreibt er. In einem weiteren Posting führt er aus: "Der Onlinehandel lässt sich nicht regulieren. Wer das glaubt, glaubt an den Storch." Rütsche zeigt sich überzeugt, dass der Zug für die Innenstädte längst abgefahren ist: "Ich bin der Meinung, es werden faktisch alle Läden in den Innenstädten verschwinden." Mit jedem Laden der schliesse, sei das Angebot weniger attraktiv, um überhaupt noch in die Innenstadt zu gehen.

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