Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OSTSCHWEIZ: Ostschweizer Bauboom trotz leeren Wohnungen

In der Ostschweiz ist der Anteil der leeren Wohnungen höher als im Schweizer Durchschnitt. Trotzdem wird in vielen Gegenden weitergebaut. Denn die Anleger sehen kaum Alternativen.
Kaspar Enz

Kaspar Enz

kaspar.enz

@ostschweiz-am-sonntag.ch

Wer zurzeit im Rheintal eine Mietwohnung sucht, hat die Qual der Wahl. Schaut man sich auf den einschlägigen Immobilienportalen um, scheinen ganze Häuser leer zu stehen. Sogar in neuen Wohnblöcken warten noch zahlreiche Wohnungen auf Mieter. Schweizweit stehen knapp 65000 Wohnungen leer, eine Quote von 2,4 Prozent. Im Rheintal ist die Quote mehr als doppelt so hoch, wie das Beratungsunternehmen Wüest Partner in seinem neusten Immo-Monitoring feststellte. Und die Entwicklung dürfte sich noch verschärfen, denn der Bauboom geht weiter.

«Es wird noch immer viel gebaut. Die meisten Wohnungen wurden aber noch 2015 oder 2016 bewilligt, sagt Robert Wei­nert von Wüest Partner. Nächstes Jahr werde wohl weniger gebaut: Vom Sommer 2016 bis Sommer 2017 gab es im Rheintal rund 40 Prozent weniger Baubewilligungen als 2015. Doch die Leerstände sind überall in der Ostschweiz über dem Durchschnitt, trotzdem wird vielerorts weitergebaut: Im Toggenburg nahmen die Baubewilligungen um 60 Prozent zu, dabei stehen bereits 5,1 Prozent der Mietwohnungen leer. «Man setzt wohl vor allem auf die Nähe zu Wil und die Verkehrsanbindung an Zürich und St. Gallen», sagt Weinert. Gebaut wird aber vor allem aus einem Grund: Bundesobligationen, die bei Pensionskassen als sichere Anlagen gelten, werfen oft nur noch negative Renditen ab. Und «mit Aktien hätte man zwar wieder gut Geld verdienen können», sagt Weinert, aber Aktien seien unsicher.

Bauen, wo noch Platz ist

Im Vergleich zu diesen Alternativen sehe die Rendite bei Mietobjekten also trotz steigender Leerstände immer noch gut aus. Und im Rheintal oder im Toggenburg gibt es noch verhältnismässig günstiges Bauland. Bauherren sind oft Pensionskassen, aber auch Privatpersonen. Sie nehmen unterdessen auch in Kauf, dass nach dem Bau eines Wohnblocks einige Wohnungen leer bleiben. «Es ist anspruchsvoller geworden», sagt Robert Weinert. «Noch vor ein paar Jahren konnte man davon ausgehen, dass man noch vor dem Bau alle Wohnungen vermietet hat. Heute muss man professioneller agieren.» Die Zuwanderung hat ihren Höhepunkt überschritten, die Bautätigkeit war lange hoch. Trotzdem würden neue Wohnblöcke schliesslich voll, sofern die Mietpreise gerechtfertigt ­seien. «Oft sind es die älteren Wohnungen, die am Ende leer stehen.»

Mehr Neubauten in der Region St. Gallen

Doch wie lange das gerade in Regionen wie dem Rheintal oder dem Toggenburg noch gut gehen könnte, sei ungewiss. «Weil es in den Zentren kaum Wohnungen gab, mussten viele Leute auf Wohnungssuche in die Agglomerationen oder auf ländliche Gebiete ausweichen», sagt Robert Weinert. Diese würden wohl näher an die Zentren ziehen, wenn dies möglich würde.

So würden in ländlichen Gebieten noch mehr Wohnungen leer stehen. Allerdings sind die Leerstände in den Städten Zürich und Genf immer noch sehr tief, und auch die Baubewilligungen nahmen leicht ab. Anders sieht es in der Stadt St. Gallen aus. In der Region nahmen die Baubewilligungen um 80 Prozent zu.

Schweizweit stehen rund 65'000 Wohnungen leer. (Bild: Keystone)

Schweizweit stehen rund 65'000 Wohnungen leer. (Bild: Keystone)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.