St.Gallen
Olma 2021: Alles Wichtige zur grössten Ostschweizer Messe in der Übersicht

Von der ersten Messe 1943 über den Brand der Halle 7 bis zum Neubau der Halle 1. Hier finden Sie aktuelle Informationen, Archivbilder und Zahlen zur Olma.

Martin Oswald
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Legendär: Das Säulirennen an der Olma ist ein Publikumsmagnet.

Legendär: Das Säulirennen an der Olma ist ein Publikumsmagnet.

Bild: Regina Kuehne

Olma 2021 findet statt

Die Olma-Messen St.Gallen planen die Veranstaltung vom 7. bis 17. Oktober in bekannter Form ‒ ohne einschränkende Schutzmassnahmen. Die Besucher müssen ein Covid-Zertifikat vorweisen. Die Olma hofft, dass mit dem Impffortschritt und dem Herdenschutz auch diese Einschränkung fällt, sichert aber für den Fall eine strenge Eingangskontrolle zu.

Von der Themenvielfalt und vom Programm her soll die Messe in der üblichen Breite daher kommen. Die Zahl der Ausstellerinnen und Aussteller wird allerdings kleiner sein als gewohnt: Rund zwei Drittel von ihnen haben für diesen Herbst zugesagt. Trotzdem werden gemäss Olma-Mitteilung sämtliche Hallen belegt sein. Dies auch, weil die alte Halle 1 nicht mehr steht und der Neubau erst 2023 bezogen werden soll. Damit steht für die Olma 2021 ohnehin weniger Fläche zur Verfügung.

Gastkanton an der diesjährigen Olma ist der Kanton Schaffhausen. Er präsentiert sich unter dem Obertitel «Bock auf Schaffhausen» gleich mit vier Sonderausstellungen. Dazu kommt der Festakt vom ersten Olma-Samstag in der Arena. Auf den eigentlich zu diesem Tag gehörenden Umzug durch die Innenstadt wird allerdings verzichtet: Weil die Umzugsroute nicht abgesperrt und Covidzertifikate geprüft werden können, ist er derzeit nicht bewilligungsfähig, wie es in der Olma-Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Öffnungszeiten

Messe

  • Donnerstag, 7. bis Sonntag, 17. Oktober 2021: 9–18 Uhr.

Degustationshallen 4 und 5

  • Donnerstag, 7. bis Samstag, 16. Oktober 2021: 10.30–19 Uhr.
    Sonntag, 17. Oktober 2021: 10.30–18 Uhr.

Das Olma-Plakat 2021

Entwickelt hat es die St.Galler Agentur TKF. Der künstlerische Anspruch ist eher in den Hintergrund gerückt, die Botschaft steht im Zentrum. «Endlich wieder Olma», steht da in weissen und dunkelgrünen, fetten Lettern auf hellgrünem Untergrund.

Das Olma-Plakat 2021

Das Olma-Plakat 2021

Bild: PD

Was ist die Olma?

Die «OLMA – Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung» ist eine seit 1943 jährlich durchgeführte landwirtschaftliche Messe in St.Gallen. 2020 wurde die Messe jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt. Bis 1945 lautete ihr Name «Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung», zwischen 1946 und 2003 «Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft».

Die Messe findet jährlich im Herbst im St.Galler OLMA-Messegelände statt und dauert elf Tage. Sie beginnt jedes Jahr am Donnerstag vor dem «Gallentag» (16. Oktober), dem Festtag des heiligen Gallus, des Stadtpatrons von St.Gallen. Zu den Attraktionen zählen der feierliche Umzug des Gastkantons/der Gastkantone am Samstag durch die Innenstadt vom Bahnhof zum Gelände, ein Jahrmarkt und als kulinarische Berühmtheit die OLMA-Bratwurst. Jedes Jahr ist ein anderer Kanton der Schweiz Ehrengast und kann sich während des Umzuges und der Messe dem Publikum präsentieren. Die Olma ist die mit Abstand grösste Publikumsmesse der Schweiz.

Säulirennen: Ein Publikumsrenner

Das erste OLMA-Säulirennen fand 1997 an der 55. OLMA statt und war auf Anhieb ein Publikumsrenner. Seither locken die motivierten und bestens trainierten Rennschweine täglich ab 16 Uhr Tausende von Besucherinnen und Besuchern in die Arena. Die Gaudi ist jedes Mal gross, wenn die Säuli losrennen, um möglichst schnell beim Futtertrog zu sein und dabei spektakuläre Wettkampfszenen zeigen. Die fünfzehn Tiere werden gut auf ihren grossen Auftritt vorbereitet: Zwei Monate vor dem Start der Messe beginnen sie auf ihrem Heimathof im Thurgau mit dem Training. Fürs Rennen eignen sich übrigens nur Weibchen.

Teil des kulinarischen Erbes der Schweiz – so entsteht die Olma-Bratwurst

Morgens um 05:30 Uhr steht Inhaber Jörg Bechinger noch alleine in seiner Metzgerei.
12 Bilder
Frühmorgens richtet er die Gewürze für die Wurstproduktion.
Auch das Fleisch macht er bereit, es kommt in einen sogenannten Blitz.
Im Blitz wird das Fleisch zerkleinert.
Das Fleisch wird zu Wurstbrät.
Bechinger wurstet jeden Morgen selber. Das sei für ihn der schönste Job der Welt.
Das Brät wird anschliessend durch die Därme gestossen.
Mittlerweile hat Bechinger Unterstützung erhalten.
Die Würste sind alle auf das Gramm genau gleich schwer. Nach dem Stossen werden die Enden geklipst.
Wurst um Wurst wird so für das Brühen vorbereitet.
Die Olma-Bratwurst ist eigentlich eine Brühwurst. Im Kessi werden sie gebrüht.
Nach dem Brühen sind die Würste fertig für den Verkauf.

Morgens um 05:30 Uhr steht Inhaber Jörg Bechinger noch alleine in seiner Metzgerei.

(Bild: Raphael Rohner)

Die erste Durchführung

Die Versorgungsengpässe während des Zweiten Weltkrieges verschafften den Anliegen der Landwirtschaft und der Landesversorgung brennende Aktualität. 1941 einigten sich Stadt, Kanton St.Gallen und die landwirtschaftlichen Organisationen zusammen mit dem Herbstjahrmarkt eine Landwirtschaftsausstellung durchzuführen. Die erste Olma fand 1943 statt. Ihr Konzept bestand darin, eine Symbiose aus «Schaustellung von Produkten, belehrender Aufklärung und aus dem Warenverkauf» zu formen.

Bereits in den ersten Jahren (hier 1944) sind die Degustationsstände beliebte Treffpunkte der Messebesucher.

Bereits in den ersten Jahren (hier 1944) sind die Degustationsstände beliebte Treffpunkte der Messebesucher.

Bild: Olma-Archiv

Bereits zwei Jahre davor hatte im Rahmen der Anbauschlacht in der Stadt eine landwirtschaftliche Ausstellung stattgefunden (1942 im Schützengarten und 1943 in der Tonhalle). Bald danach erhielt die Messe grosse, wirtschaftliche Bedeutung für die Region St.Gallen und darüber hinaus. Die «Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung» erhielt 1946 die bundesrätliche Anerkennung als nationale Messe.

Die Olma-Berichterstattung war 1943 noch deutlich kleiner als in der jüngeren Vergangenheit.

Die Olma-Berichterstattung war 1943 noch deutlich kleiner als in der jüngeren Vergangenheit.

Bild: Tagblatt-Archiv

Brand der Halle 7

In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000 brannte die legendäre Halle 7 nieder. Erinnerungen und Bilder im Video:

Bis ins Jahr 2000 war die Halle 7 die Degustationshalle. Sie war besonders am Abend so gut besucht, dass man sich nur sehr langsam in der Menschenmenge fortbewegen konnte. Die Halle und die Verkaufsstände waren vollständig aus Holz gebaut. Daher bestand grosse Brandgefahr. Die Fluchtwege waren eng und teilweise verwinkelt. Dazu wurde in der Halle viel geraucht und auf Gasgrills St.Galler Bratwürste zubereitet. Aus Sicherheitsgründen waren daher in der Halle permanent mehrere Feuerwehrleute anwesend und die Auflagen an die Standbetreiber wurden kontinuierlich verschärft, sowie die Fluchtwege, wo möglich, verbreitert.

Dies alles konnte das Unglück jedoch nicht verhindern: In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000, wenige Stunden nach dem Abschluss der 58. Olma, wurde die Halle mitsamt Inventar ein Raub der Flammen. Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr – das Hauptquartier der Berufsfeuerwehr St.Gallen befindet sich keine hundert Meter entfernt – war nichts mehr zu retten. Glücklicherweise konnte jedoch ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindert werden und Menschen und Tiere kamen keine zu Schaden. Die Brandursache konnte nie geklärt werden.

Zukunftspläne: Neue Halle 1

Die neue Olma-Halle soll die grösste stützenfreie Halle der Deutschschweiz werden. 2023 soll sie fertig sein und eröffnet werden. Sie setzt städtebaulich ein grosses Ausrufezeichen. Sichtbeton, Glas und Stahl sind die sichtbaren Elemente. Auf dem Dach ist ein Lichtkranz geplant, hin zur Rosenheimstrasse ein filigranes Vordach und ein Platz mit Bäumen und Stufen zum Sitzen. Mit dem Bau der neuen Halle wollen sich die Olma-Messen noch stärker als Kongresszentrum positionieren. Sie bietet aber auch Platz für Konzerte und Sportveranstaltungen mit bis zu 12'000 Besucherinnen und Besuchern.

Die neue Halle kommt auf einem Deckel über der Stadtautobahn zu stehen.

Die neue Halle kommt auf einem Deckel über der Stadtautobahn zu stehen.

Bild: PD

Link zum Projekt

Besucher und Gastkantone in der Übersicht

Jahr Besucher Gastkantone/Regionen
1943 91'500
1950 Thurgau
1951 Schaffhausen
1952 257'000 Fürstentum Liechtenstein
1953 St. Gallen
1955 Uri, Schwyz, Nidwalden und Obwalden
1958 Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden
1961 Glarus
1962 327'000 Uri, Schwyz, Nidwalden und Obwalden
1964 Fürstentum Liechtenstein
1967 Waadt
1969 Wallis
1970 Schaffhausen
1971 Aargau
1972 401'000 Thurgau
1973 400'000 Tessin
1974 403'000 Graubünden
1975 404'000 Glarus und Freistaat Bayern (Deutschland)
1976 415'000 Zürich
1977 414'000 Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden
1978 407'000 Genf
1979 440'000 Fürstentum Liechtenstein
1980 435'000 Uri, Schwyz, Nidwalden und Obwalden
1981 435'000 Schaffhausen
1982 452'000 Basel-Stadt und Basel-Landschaft
1983 450'000 Thurgau
1984 426'000 Bern
1985 436'000 Graubünden
1986 425'000 Freiburg
1987 430'000 Glarus und Zug
1988 431'000 Solothurn
1989 434'000 Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden
1990 425'000 Luzern
1991 400'000 St. Gallen
1992 416'000 Neuenburg
1993 420'000 Fürstentum Liechtenstein
1994 416’000 Aargau
1995 400’000 Schaffhausen
1996 389’000 Wallis
1997 376’000 Baden-Württemberg (Deutschland)
1998 383'000 Thurgau
1999 381'000 Stadt St. Gallen
2000 398'000 Zürich
2001 357'000 Expo.02 (Schweizerische Landesausstellung)
2002 371’000 Region Ligurien (Italien)
2003 385’000 Graubünden
2004 384'000 Tessin
2005 371'000 Genf
2006 398'500 Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden
2007 386'000 Uri, Schwyz, Nidwalden und Obwalden
2008 378'000 Waadt
2009 385'000 Südtirol und Trentino (Italien)
2010 370'000 Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura
2011 380'000 Bern
2012 390'000 Zug und Glarus
2013 380'000 Solothurn
2014 375'000 Luzern
2015 375'000 Aargau
2016 365'000 Fürstentum Liechtenstein
2017 365'000 Thurgau
2018 350'000 Fête des Vignerons
2019 360'000 Schweizer Volkskultur

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